Home > TECHNICAL TUTORIALS > TECHNICAL-8: Canon 100mm Makro IS

TECHNICAL-8: Canon 100mm Makro IS

Bevor wir die Woche mit wieder einem Video ausklingen lassen, gibt es wieder etwas über unsere Fotografie”eigenheiten” zu erfahren. Ihr wolltet ja immer mehr Infos über unsere Ausrüstung, warum wir was nutzen, warum wir was haben und warum nicht. Und genau das machen wir heute weiter hier. Nach den Honl Sachen gestern, noch etwas zum Thema Ausrüstung. Der Beitrag ist schon lange in der Schublade und danach geht es wieder mit vielen vielen Setups weiter. Es geht um unser liebstes People-Objektiv. Es war einmal das 70-200 2.8, dann kam lange das 85er 1.2 und seit Erscheinen ist es das neue Canon 100mm Macro (*shoplink zu achatzi). Kostenpunkt: Nicht so viel wie ein Einfamilienhaus aber ordentliche 900 Euro!!!

CANON 100mm Macro 2.8 IS

Warum haben aber Menschenknipser ein Insektenobjektiv. Die Antwort ist simpel. Macro-Objektive können nicht nur für kleine Dinge genutzt werden. Es sind ganz einfach Objektive wie jedes andere Objektiv. Nicht genau wie jedes andere Objektiv. Es geht bei Macro-Objektiven um den Abbildungsmaßstab. Der Abbildungsmaßstab ist das Verhältnis wie eine Größe in der Realität auf dem Sensor abgebildet werden. Wie im Modellbau. Kurz und knapp… mit einem Abbildungsmaßstab von 1 zu 1 (1:1) kann ich einen cm in der Realität auf genau einen cm auf den Sensor abbilden. Bei 1:7 wäre dies so, dass ich ein Objekt von 7cm Größe auf genau einen 1cm Sensor bringen könnte. Warum 1:7???? 1:5 oder 1:6 wird oft als die Trennlinie zwischen Macro-Objektiven und normalen Objektiven genutzt. Ein “echtes” Makroobjektiv kann damit einen Maßstab von 1:1 oder 1:2 gehen. Alles was danach kommt, wird als Objektiv mit “Macrofähigkeit” betitelt.

So, jetzt hätten wir mal das geklärt. Wir wissen also jetzt, dass der einzige Unterschied zwischen “normalen” und “macro” Objektiven im extremen Abbildungsmaßstab liegt. Aber das ist natürlich wieder mal FALSCH!!! Es gibt viele Unterschiede! Natürlich ist der Abbildungsmaßstab ein wichtiger Faktor in der Portraitfotografie vor allem im extremen CloseUp Bereich. Aber wenn ihr nicht gerade die Lippen oder nur die Wimpern fotografieren wollt, dann braucht ihr bei einem Menschen niemals einen Maßstab von 1:1… NIEMALS!!!

CANON 100mm Macro 2.8 IS
CANON 100mm Macro 2.8 ISO

Die wichtigen Unterschiede liegen in der Bauart der Objektive. Ich will es möglichst untechnisch fassen. Normale Objektive werden für einen unendlichen Schärfebereich gebaut. Dadurch wird bei der Konstruktion wert darauf gelegt, dass die Schärfe durch die Stellungen der verbauten Linsen im unendlichen Bereich möglichst hoch ist. Macro-Objektive werden für den endlichen, nahen Schärfebereich gebaut. Das bedeutet, dass Macroobjektive gerade nicht die üblichen Fehldarstellungen im Nahbereich normaler Objektive unterliegen. Randunschärfen z.B. gibt es bei Macroobjektiven kaum. Und da schließt sich der Kreis. Bei der Portraitfotografie werden sehr oft wichtige Bildinhalte (z.B. Augen) an die Randbereich gelegt. Die wichtigsten Dinge dürfen also nicht in den schwächsten Bereichen des Objektivs liegen.
Und da nutzen wir einfach den Konstruktionsvorteil. Im Studio oder auch überall sonst wenn wir Menschen fotografieren, da brauchen wir schärfste Abbildung in nahen Fokusdistanzen. Wenn heutige Objektiv-Ingenieure dies wissen, dann kann man ein Objektiv danach ausrichten. Und daher kommt der Schärfe”vorsprung” gegenüber anderen Objektiven.

Die mitunter wichtigste Eigenschaft beim Fotografieren ist bei nah abbildenden Objektiven auch der Fokus. Um verlässlich mit dem Objektiv arbeiten zu können muss der Fokus schnell und präzise sein. Makroobjektiv haben oftmals das Problem, dass der Fokus nach vorne und hinten “gesucht” wird und der richtige Punkt nicht getroffen wird. Beim neuen 100er ist dieses Problem fast nicht gänzlich verschwunden… GENIAL!!!

Und hier der letzte und wichtigste Grund für uns das Objektiv zu nutzen. Die Schärfe ist einfach fantastisch. Unglaublich genial! Und um das zu beweisen gibt es hier einige Rohdaten für euch zum Download. Wir haben extra für euch realistische Ergebnisse gesucht. Das Objektiv wurde nicht besonders justiert oder ausgewählt. REALISTISCHE ERGEBNISSE… wir haben nicht das schärfste Foto aus 1000 Fotos herausgesucht, sondern wir haben ein Foto genommen, was im Durchschnitt heraus kommt. Aus der Hand fotografiert unter realistischen Bedingungen. Nicht mehr als üblich auf den Fokus geachtet. Es gibt definitiv noch schärfere Ergebnisse aber auch nicht so scharfe. Daher: Wenn wir damit arbeiten, dann kommt zu 90 % so ein Ergebnis bei rüber. Daher diese Rohdaten auch als Beispiele hier für euch im Blog.

Es handelt sich hierbei noch um Aufnahmen einer 5D Mark II mit vollen 21 Megapixel Auflösung. Auch wenn man es vielleicht nicht sofort glauben mag, aber diese Auflösung stellt nochmals andere Anforderungen an eine Optik und das 100er ist mit unserem 70-200 2.8 ohne IS das einzige Objektiv was diese Auflösung auch bei offenen Blenden verlässlich gehen kann.

Eine Rawdatei bei Blende 14 von Raoul…

CANON 100mm Macro 2.8 IS

Ca. 25MB als Canon RAW von der 5D Mark II

sabrina_fertig

Und noch eine Rohdatei von Fini bei Blende 2.8…

CANON 100mm Macro 2.8 IS

Ca. 25MB als Canon RAW von der 5D Mark II
sabrina_fertig

Als kleiner Tipp gibt es noch das “alte” 100er Macro von Canon (*shoplink zu achatzi). Alt ist es nämlich garnicht, hat USM und ist eigentlich genauso scharf wie das neue Objektiv. Aber deutlich günstiger mit fast den gleichen Eigenschaften.

Zum IS gibt es auch noch ein kleines Wörtchen. Der IS ist für uns in der Studio- oder generell in der Blitzlichtfotografie nicht von Bedeutung. Wir nutzen den IS aber umso mehr bei Events. Das neu 100er Macro ist ein geniales “Hochzeitsobjektiv” auch bei schlechteren Lichtsituationen. Es erstaunt immer wieder welche Fotos bei Hochzeiten mit dem Objektiv heraus kommt. Trotz ewig langer Belichtungszeiten. Da können wir euch leider kein Bild zum Download präsentieren. Da haben wir noch kein Brautpaar gefunden, in dessen Wille diese Aktion wäre.

So, nun haben wir DAS Objektiv vorgestellt, mit dem wir in neuerer Zeit mindestens 60% unserer Shots machen. Ich hoffe der Einblick hat gefallen. Es gilt jedenfalls die Devise (acuh wenn es manche schon wissen) Festbrennweiten-Macros regieren die Portraitfotografie :-)…

TECHNICAL TUTORIALS , , , , , , , , , ,

  1. 25 Dezember 2012, 15:47 | #1

    Also ich finde den Unterschied meistens nicht sehr doll merkbar… Zwischen 1.4 schon… Aber eine Blende ist jetzt auch kein Mega-Unterschied…

  2. Richie
    25 Dezember 2012, 16:03 | #2

    D.h. vor die Wahl gestellt ob 85 1.8 bzw 100 2.0 zum einen und 100 2.8 zum anderen würdet Uhr den Griff zun Makro empfehlen?

  3. 25 Dezember 2012, 17:13 | #3

    Ne… kommt drauf an… ich denke 85 1.4 von Sigma wenn Reportage und 100 2.8 wenn Makro, People und Stills…

  4. Richie
    25 Dezember 2012, 21:44 | #4

    Vielen Dank. Reportage mache ich eigentlich gar nicht. Landschaft und People sind eher mein Ding

Comment pages
  1. 11 April 2010, 16:58 | #1
  2. 14 Dezember 2010, 10:28 | #2