Heute gehts weiter mit dem Manuellen-Automatik-CLS-Setup-Post. Beschrieben hatten wir das Setup ja bereits teilweise im letzten Posting. Führungs und Effektlicht hatten wir ja schon. Weiter gehts mit dem dritten, versteckten Blitz.

Na, wo isser denn? :-) Gut, die Auflösung ist relativ simpel. Um den Look einer Wohnung zu erzeugen, eignet sich nichts besser, als die sowieso schon absolut handlich kleinen Blitze in “traditionellen Lichtformern” zu verstecken. Man baut sich als Fotograf dadurch ein natürliches-künstliches Licht. Blitzpower in einer 50 Jahre alten Lampe. Da kann keine Glühbirne in Sachen Leistung mithalten.


Eine Superclamp mit einem SB-800 genügt für solche Effekte vollkommen. Ein Kniff anhand der Lichtführung an dieser Stelle. Wir sehen einen weißen Plastikbouncer auf dem Aufsteckblitz. Warum? Um den Lampenschirm wirklich zu füllen, imitiert der Bouncer eine Art Glühbirne. Das Licht wird also rundherum gestreut. Achtet weiter unten mal auf den Look des Lichts im Lampenschirm. Würde der Bouncer nicht verwendet werden, dann würde der Aufsteckblitz das Licht nur an das obere Ende des Lampenschirms reflektieren. An diesem Beispiel kann man perfekt erkennen, was mit “LICHTFÜHRUNG” innerhalb der Fotografie gemeint ist. Man nimmt Lichtquellen und verändert deren Look um eine andere Lichtquelle so zu imitieren, dass der gewünschte Look erzeugt wird.
Was man anhand der Fotos zusätzlich nicht erkennen kann ist, dass eine Farbfolie im Bouncer des Blitzes versteckt wurde. ROT war die Farbe unserer Wahl. Natürlich haben wir zum bereits vorhandenen Führungslicht in Gruppe A, dem Effekt des Streiflichts auf Gruppe B, diesen dritten Blitz auf Gruppe C gesetzt.
Diese Aufteilung ist absolut notwendig für den gesteuerten Einsatz des CLS-Systems. Nur über die Trennung der einzelnen Blitze kann man überhaupt deren Leistung steuern und getrennt werten. Bevor wir aber darauf zu sprechen kommen, kurz wieder ein paar Vergleichshots mit dem dritten Blitz.

Nur der Blitz in der Lampe

Streiflicht von oben und Lampenlicht

Alle Blitze aktiviert
Und so kommen alle Elemente schlussendlich zusammen… Sowas kommt dann hinten raus, nach der Bearbeitung.

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Wenn wir uns das Foto also in der Skizze als Überblich anschauen, dann sieht die Sache wie folgt aus. Fotografiert wurde mit einer Blende von 4 um eine leichte Freistellung trotz des kurzen Raums im Hintergrund ist. Das Modell wird sowohl vom Streiflicht als auch vom Lampenschirm getroffen. Der Rest des Raumes wird komplett über das Licht aus dem Schirm getroffen.
Fotografiert wurde übrigens mit einer Nikon D3 samt dem dämlichen Zeiss-manuell-Martin-kann-als-Brillenträger-nicht-fokussieren-Objektiv :-)…


Kommen wir also zur CLS-Gewichtung der einzelnen Gruppen. Anhand des SU-800 kann man sehr einfach die entsprechende Logik erkennen. Das Führungslicht, welches die komplette Szenerie überstrahlt wurde etwas in der Stärke angehoben. Das dient bloß um die Schatten unter dem Modell nicht komplett absaufen zu lassen. +0,3 ist eine Änderung welche fast nicht merkbar ist und teilweise sogar von der Automatik verschluckt wird. Je nach Bildinhalt.
Das Streiflicht auf Gruppe B wurde deutlich heruntergeregelt. Warum? Um die Stellen auf der Haut nicht ausbrennen zu lassen. Gerade auf dem Kinn und der Schulter sieht man diesen Effekt. Das Streiflicht ist kritischste Gruppe von allen. Ausgebrannte Stellen auf der Haut sind fast nicht zu reparieren.
Das Effektlicht von hinten wurde am Stärksten übergewertet. Um den Effekt des überbrennenden Lichts zu gestalten, brauchte es eine deutliche Leistungserhöhung.
Wenn ihr mit drei Blitzen in drei Gruppen arbeitet, dann wählt euren Auschnitt, macht ein Foto und schaut dann auf dem Display, welches Licht wie verändert werden sollte. Geht dabei sehr einfach vor. Erscheint euch ein Licht zu hell, macht es dunkler. Achtet nicht auf irgendwelche Messungen. Achtet nur auf den Look auf eurem Display. Ihr könnt die einzelnen Lichtquellen nicht konsekutiv einmessen. Bei jedem neuen Blitz ändert sich auch die eingestellte Blitzgewichtung der bereits aktivierten Blitze. Daher ist eine Gesamtbetrachtung aller Blitze das Wichtigste.

Beim CLS-Blitzen in der TTL Automatik ist immer wichtig, dass die Gewichtungseinstellungen immer nur auf einen bestimmten Bildinhalt gelten. Ändert sich der Bildinhalt, dann ändert sich ja auch der Anteil des Inhaltes was von jedem einzelnen Blitz getroffen wird und dann ändert sich logischerweise auch die Gewichtung der einzelnen Blitze. Man kann sich das so vorstellen, dass z.B. das Streiflicht auf einen großen Teil des Bildes eingestellt wird, dann nach der Änderung des Ausschnittes nur noch einen ganz geringen Teil bestrahlt und plötzlich regelt die Automatik das Licht derart hoch, das die Änderungen größtmöglich ausgeglichen wird. Das Licht wird also deutlich heller um so den Wegfall der Fläche über die Intensität auszugleichen. Dem wirken dann wieder spez. Gewichtungen entgegen, die Problematik ist also nicht derart unkontrollierbar, aber es bleibt trotzdem vorhanden.
Schauen wir uns zudem nochmals das erste Foto des ersten Teils des Beitrages an. Dort sind zwei Stative zu sehen. Es sind Kombi-Booms von Manfrotto. Und hier sieht man mal deren volle Stärke. Für mich gibt es KEIN wichtigeres Stativ als den Combi-Galgen von Manfrotto. Man sieht, dass man einen Aufsteckblitz ohne Gegengewicht am Galgen über fast 2m ausfahren uns ausbalancieren kann. Einzige Hilfe war im gezeigten Foto eine Fototasche, welche um das Bein des Stativs geschlagen wurde. Vergleichbare Galgen für Studioblitze würden im vierstelligen Eurobereich liegen. Ich kann bei sowas nur über die Kollegen lachen, die sich mit sowas dann abquälen, obwohl oftmals ein kleiner Aufsteckblitz und ein viel viel kleineres Stativ genügen würden…

Bedenkt nochmals… das komplette Foto wurde mit CLS-Automatik-Blitzen gemacht. Mit Aufsteckblitzen… Ich bin immer wieder überwältigt wie gezielt und gesteuert man damit Licht setzen kann und sogar extreme und ganz feine Effekte setzen kann.
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