Wenn man im Studio fotografiert, dann folgt man als Fotograf immer einem schichtigen Aufbau. Und zwar geht es darum, dass man das Setup in kleine Scheibchen unterteilt. Wir können ein Foto in folgende grundlegenden Einzelteile zerlegen.
- Hintergrund
- Licht von Hinten oder von seitliche Hinten auf das Modell
- Das Modell an sich
- Licht auf das Modell von vorne (Führungslicht)
- Sonstige Effekte um das Modell herum oder vor dem Modell
Diese Schichten sollten wenn möglichst getrennt beleuchtet und gehandhabt werden. Dann jedenfalls können wir die Ausleuchtung eines jeden einzelnen Elementes wirklich steuern. Und in diesem Sinne werden wir uns ganz speziell die Nr.1 herauspicken und besprechen, welche Möglichkeit allein die Hintergrundausleuchtung bieten kann. Und mit diesem Post decken wir nichtmal 1% der möglichen Variationen ab. Es gibt viel viel mehr “minimalste Änderungensmöglichkeiten”.
Es geht in diesem Lighting-Post also sowohl darum, dass man mehr Blick für das Detail entwickeln sollte und wir wollen das daran zeigen, welche minimalen Unterscheidungen schon im Hintergrund möglich sind. Für viele wird dieser Post hoffentlich “banal” klingen, und wenn das so ist, dann ist das gut so. Aber trotzdem sind es keine Banalitäten. Auch wenn man es für banal hält, so kann es doch einen großen Unterschied machen, ob ich den Hintergrund rechtwinklig zum Bild oder schräg anordne. Damit ändere ich die Bildwirkung. Wenn auch nur unterschwellig, aber auf jeden Fall ändert sich etwas!
Für diesen Post haben wir ein starkes Dauerlicht genommen um gleich alle resultierende Effekte 1:1 fotografieren zu können. Für alle die es noch genauer wissen wollen was für ein “Lichtleuchtteil” auf den Fotos zu sehen ist: Wir nutzen ein Hedler HF65. Anhand des sehr starken Dauerlichts können wir jede noch so minimale Änderung sofort erkennen. Aber genug davon. Es geht in diesem Post schließlich um den Effekt und nicht in erster Linie um das Gerät.

Anhand der Flügeltore (Klappen) und einer eingebauten Fokussierfähigkeit im Strahler können den Winkel des Ausleuchtungskegel und dessen Ränder bestimmen. Wir haben also insgesamt 2 Faktoren der Änderung des Effekts. Die Klappen steuern die Abgrenzung, der Reflektor steuert die Ausleuchtung “INNERHALB” der Grenzen der Klappen.


Anhand der nachfolgenden Beispiele sehen wir die Ausleuchtung bei gleicher Klappenstellung. Wenn wir beide Fotos oben vergleichen, dann erkennen wir deutlich, dass die Ausleuchtung innerhalb des Streifens punktförmig (OBEN) bzw. eher mit einem einheitlichen rechts-links-Verlauf (UNTEN) gekennzeichnet ist. Auf dem ersten Bild erkennen wir zwar die punktförmige Spotausleuchtung, gleichzeitig aber auch die geradlinig Abschattung durch die oberen und unteren Flügeltore.
Auch wenn das obere Ergebnis nicht so bezaubernd ist, so lernen wir doch eine sehr wichtige Sache aus dem Ergebnis. Wollen wir Abschirmklappen sinnvoll einsetzen, so brauchen wir eine sehr hohe Streuung des Grundlichtes. Je einheitlicher und streuender das Licht ist, umso genauer können wir die Abgrenzung der Klappen setzen.
Hier nochmals ein direkter Vergleich der zwischen den maximal möglichen Reflektorstellungen. Jedes Foto wurde mit exakt gleicher Position der Klappen gemacht.


Anhand dieses Thematik erkennen wir die Tatsache, dass es fast unmöglich ist, ein zu hartes Licht in zu kurzer Entfernung mit harten Schatten abzuschatten. Es erfolgt ein Spoteffekt oder aber die Abschirmung hat kaum Erfolg. Dagegen wird ein sehr streuendes Licht viel besser von Klappen und Abschirmklappen, Abschattern oder sonstigen “Barrieren” geformt.
Kommen wir also direkt zu einem weiteren Aspekt der Manipulation. Die Drehung der Abschirmklappen. Durch die Drehung der Klappen drehen wir natürlich auch unseren Effekt. BANAL!!!! Aber was nicht banal ist, das ist die Veränderung der Bildwirkung.
Schaut mal direkt auf die drei resultierende Fotos. Dort sieht man direkt, dass die Ausrichtung des Strahls euer Foto strecken oder zusammen”stauchen” würde. Der damit verbundene Effekt kann beschrieben werden mit einer optischen Streckung.



Schon wieder ein Detail, was das Foto um 180° drehen kann. Stellt euch einfach vor, dass ihr ein sehr längliches Gesicht bei eurem Modell vorfindet und ein ihr dazu noch ein länglich ausgerichtetes Hintergrundlicht setzt. Dann addieren sich diese Wirkungen und das Gesicht erscheint noch länger. Gleichzeitig kann die Gesichtsform durch die Position aber auch entsprechend “kontrolliert” werden.
Und bei der Fotografie geht es genau darum, auf solche Details zu achten.
Und hier kommt letzten Endes das finale Foto. Gemacht mit den oben beschriebenen Effekt.

- click on image to enlarge -
Tja, und an dieser Stelle kommt mal wieder ein noch viel wichtiger Lerneffekt innerhalb der Fotografie. WIE MAN ES MACHT, MAN MACHT ES FALSCH! Im Nachhinein finden wir, dass wir den Effekt nicht einsetzen hätten sollen. Er wirkt für das Foto oben zu künstlich und irgendwie gefällt es uns nicht so wirklich!!! :-)… Tja, Martin und Marc, Pech gehabt…Ideen können schief gehen
PURE LIGHTING DELUXE
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