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LIGHTING-23: HART GLEICH SCHÄRFER

8 Dezember 2012

ACHTUNG: Wir meinen hier nicht die Schärfe in Form der Objektiv-Fokussierung oder der Strahlen-Fokussierung durch das Objektiv. Es ist im Endeffekt das Gesamtkonglomerat der finalen Schärfewirkung gemeint.

Viele Fotografen denken, dass Schärfe im Endeffekt von einigen wenigen Dingen abhängt. Was habe ich nicht schon gelesen in Büchern oder Foren. Schärfe hängt ab von:

  • der Güte des Objektivs. Wer billig kauft, kriegt unscharfe Fotos anscheinend!
  • der richtigen oder falschen Nachschärfung in Photoshop
  • der richtigen oder falschen Kamera
  • Megapixel
  • der Verwendung von Offenblende
  • plattem Licht
All das sind Dinge, die anscheinend das Bild unscharf oder matschig wirken lassen. Ganz selten wird aber auf das Licht eingegangen. Licht bestimmt nämlich viel mehr unsere finale Schärfe als die meisten denken. Licht formt unser Motiv und kann unser Motiv auch unscharf werden lassen. Wie das?
Ganz einfach. Licht trennt sich im Endeffekt auf in weiche und harte Schatten und damit auch gleich in Lichtkanten und Schattenkanten.
Weiches Licht hat weich verlaufende Übergänge und damit werden im Endeffekt Übergänge unschärfer. Und jetzt kommt der Rückschluss auf die Gesamtschärfe.
Schärfe ist im Endeffekt nichts anderes als kontrastreiche Kanten und Übergänge. Eine scharfe Kante hat im Detail einen hohen Kontrast. Das heißt sind die beieinander liegenden Pixel möglichst unterschiedlich in Luminanz und Farbe, so denkt unser Gehirn es sei eine scharfe Kante und das ist für uns (über ein gesamtes Bild gesehen) dann die Schärfe.
Hier einmal zwei Fotos zum Vergleich. Gleiche Kamera, gleiche Einstellung, gleich alles… bis auf das Licht. Einmal mit der Zimmerbeleuchtung aufgenommen…

TECHNICAL Vergleich Fotos

… und nachfolgend noch mit einer Taschenlampe.

TECHNICAL Vergleich Fotos

Das komplette Auto wirkt schärfer und kontrastreicher. Der Motorblock hat mehr Zeichnung, mehr Highlights und mehr Schatten. Das Spinnennetz auf der Türe wirklich gleich 1000x so scharf. Nur weil weiß mehr leuchtet und rot eben roter ist. Oder abermals der Motorblock. Dort sieht man ganz deutlich, dass oben der Block fast nur  im Graubereich in der Helligkeit liegt, während im Bild unten schwarz und weiß sich die Hand gibt. Unten haben wir Kontraste, oben haben wir kaum Kontraste sondern fast nur grau.

Machen wir es sehr plastisch. Denkt an einen Wollpullover. Dort sind im Detail einzelne Fasern zu finden. Bei einem weichen Licht sind die Fasern alle korrekt belichtet mit leichter Zeichnung. Nehme ich ein hartes Licht darauf, so bekommt jede einzelne Faser ein kleines Highlight aufgesetzt. Dieses Highlight sorgt in der Ausleuchtung dann für einen höheren Mikrokontrast und dadurch für mehr Schärfe.

Übertragen wir das ganze jetzt auf unsere Thematik der Peoplefotografie, dann wirkt das Licht dort genauso. Hartes Licht erzeugt ein schärferes Ergebnis und höhere Details als ein weiches Licht.

Auch hierzu gibt es einen Lichtvergleich aus der Praxis. Die Leonie einmal mit einem 150cm Schirm und dann nochmals mit einem puren Aufsteckblitz, ohne Lichtformer davor.

TECHNICAL Vergleich Fotos
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TECHNICAL Vergleich Fotos
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Bedenkt bitte, dass beide Bilder mit gleichem Objektiv, Kamera etc. gemacht und vor allem auch mit gleichen Einstellungen exportiert worden sind. Gleiche Schärfeeinstellung bei gleicher Blende… Natürlich hängen auch die obigen Kriterien mit drin, ein gutes Objektiv wird schärfer abbilden als ein schlechteres Objektiv. Aber Licht wirkt viel mehr an der Schärfe als man denkt. Einmal wirkt das Bild fast überschärft (unten) während das Portrait oben fast schon etwas weichgezeichnet in der Haut wirkt.

Wie können wir das jetzt in die Praxis übertragen? Direktes Sonnenlicht wird mehr Schärfe generieren als wenn Wolken davor sind. Habe ich eine etwas unschöne Haut, dann sollte ich nicht in hartem Licht fotografieren sondern eher das weiche Licht suchen.

Möchte ich Strukturen und Texturen herausarbeiten, dann sorgt für eine harte Lichtkante oder eine zusätzliche Schärfelichtquelle im Bild. Ein Trick aus der Praxis ist z.B. trotz einer weichen Hauptlichtquelle für das Bild noch eine zusätzliche Blitzquelle zu setzen für die Konturen und Texturen. Die kann 2-3 Blenden dunkler und damit fast unscheinbar belichtet werden, aber die Schärfe wird dadurch neue Bereich erklimmen.

So, das wars für heute… denkt man drüber nach was ihr für Erfahrungen zum Punkto LICHT & SCHÄRFE gemacht habt und schreibt diese Erfahrungen gerne in die Kommentare. Anders, gegenteilig, gleicher Meinung??? Wir wollen eure Erfahrungen lesen.

Lieben Gruß

Martin & Marc

PURE LIGHTING DELUXE , , , , , , , , , , , , , ,

SETUP-67: KOCHREZEPT MEGAPORTRAIT SUPER LIGHT LOW BUDGET

27 November 2012

Heute gibt es ein erstaunliches Foto von einem tollen Workshop in Hamburg. Ich war ja vor genau zwei Wochen in Hamburg und habe dort einen Tag lang einen Workshop zum Thema ENTFESSELT BLITZEN gegeben. Wir waren bei Patrick Ludolph im Studio bei NEUNZEHN72 und haben tolle Fotos gemacht.

Die Devise auf solchen Workshops lautet bei uns immer, LOW BUDGET und zwar so weit wie nur möglich und daher möchte ich an dieser Stelle mal ein Fotos vom Workshop zeigen inklusive dem dazugehörigen Making-Of.

Aufsteckblitze sind Lichtwunder und man kann tolle Fotos damit machen. Das zeigt das nächste Beispiel super deutlich. Natürlich gibt es in 8h Workshops mehr als nur dieses eine Setup und von daher hoffe ich auch, dass die Teilnehmer des Tages viel mehr solcher Kniffe und Tricks mitgenommen haben. Und vielleicht kann der eine oder andere Teilnehmer hier in den Kommentaren auch bestätigen, dass die Fotos wirklich direkt so auf die Speicherkarte kamen und eigentlich NULL Bildbearbeitung an den Fotos nötig war. Der Effekt hat das Bild einfach perfekt gemacht.

So, hier das Rezept zum genialen Foto mit nur einem Blitz. Ihr braucht folgende Zutaten:

  • Blitz (hier der YN560I* für 49€)
  • Auslöser (hier der YN602* für 29 €)
  • Akkupack (hier das YN SF-18* für 49€)
  • Kamera (hier nicht zu sehen :-))

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Dazu kommt, dass ihr eine weiße Zimmerecke braucht. Also es muss eine Ecke im Zimmer frei sein und ihr solltet das Zimmer nicht zu groß wählen. So ein Raum 3×4 Meter ist perfekt!

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Und damit wären wir auch schon beim fertigen Backrezept angekommen.

Ihr legt den Blitz in die Ecke, richtet den Blitz an die Wand hinter das Modell und fotografiert genau gegen die weiße Wand/Ecke. Folgende Punkte sollten beachtet werden.

  • Der Blitz sollte nicht zu nah am Hintergrund liegen. 20-30cm sind ideal!
  • Der Blitz sollte leicht hoch gerichtet sein!
  • Das Modell sollte schon ca. 1-2m von der Ecke entfernt sein!

So… was passiert. Ihr regelt den Blitz so lange hoch, bis euer Bild hell ist :-) und bis der Hintergrund leicht und sanft überbrennt. Je heller ihr den Blitz aufdreht, umso mehr wird der Raum gefüllt und umso heller wird gleichzeitig Hintergrund und Studio.

Ihr könnt den Unterschied zwischen Hintergrund und Modelllicht nur mit der Entfernung des Modells vom Hintergrund regulieren. Je weiter das Modell vom Hintergrund weg geht, umso einheitlicher wird auch das Motiv. Je näher das Modell am Hintergrund ist, umso stärker wird auch der Überbrenneffekt werden.
Hier wurde fotografiert mit ISO400, f2.8 und 1/125s Verschlusszeit. Im Vergleich sieht man aber deutlich, dass trotz ISO400 und f2.8 das Bild ohne Blitz absolut dunkel war (naja fast jedenfalls)
Achtung: Mit einem Aufsteckblitz wird sowas kaum bei ISO100 funktionieren sondern wohl eher bei f2.8 und ISO400.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Fotografiert wurde mit einer 60D* mit 17-50mm von Tamron.* Ihr seht, also alles Andere als eine Ausrüstungsschlacht. Und hier das finale Ergebnis… WOW!

TECHNICAL Vergleich Fotos
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So, ihr wisst jetzt wie es geht! Macht es auch! Viel Spaß!

SETUP TUTORIALS , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

TECHNICAL-25: UNSERE STATIVAUSWAHL

15 November 2012

Stative sind wichtiger als Blitze. Ja, klingt komisch aber ist wirklich so. Würdet ihr uns einen Blitz mit einem Lichtformer geben, dann wären wir in der Lage mit einem guten Stativ unterschiedlichste Ausleuchtungen zu erzeugen. Und damit meine ich wirklich unterschiedliche Ausleuchtungen. Hingegen mit einem normalen “schlechten” Stativ wären wir selbst mit vielen Lichtformern mehr oder weniger gefesselt und könnten definitiv nicht so kreativ Licht setzen.

  1. Viele Fotografen geben das meiste Geld in Kameras aus, das ist schon der erste Fehler… Objektive sind wichtiger als Kameras.
  2. Dann gibt es Fotografen, die geben mehr Geld in Blitze aus, was an sich richtig ist, denn Licht ist wichtiger als Kamera und Objektiv aber vergessen dabei, die Lichtformung. Lichtformung ist wichtiger als ein großer schneller Blitz…
  3. Und dann gibt es gaaanz wenige Fotografen, denen ist wichtiger wo ihr Licht ist und wie es zu bedienen ist, als was da blitzt… und genau so ein Fotograf solltet ihr werden.

Lichtsetzung, das Wort sagt schon alles. Die Arbeit des Fotografens ist das Licht richtig zu setzen. Ohne das richtige Stativ kann ich garnicht das Licht dort hinsetzen wo ich es möchte. Daher wollen wir heute mal über Stative sprechen. Schon wieder… denn wir hatten ja schon einiges vorgestellt. Trotzdem gibt es da noch einige Schmankerl zu erklären und zu berichten.

Heute sehen wir die wichtigsten Stative in unserem Studio, unsere Stative. Und zwar haben wir mal alle Stative aufgebaut. Das ist, was wir nutzen!

Fangen wir von groß nach klein an mit der Aufzählung an:

Und hier im Detail… mit dem Stativ Wind-Up Kurz* kann man extreme Gewichte in die Höhe bringen. Die Minimalhöhe liegt zwar bei fast 2m aber trotzdem kann man gerade mit diesem Monster eines Stativs Situationen und Winkel einnehmen, die sonst kaum ein kleineres Stativ erreicht.

Mit der Kurbel lässt sich die Höhe jederzeit problemlos variieren. Irgendwann tut der Arm weh aber selbst ein Kind kann jedes Gewicht umherkurbeln.

Eine Nummer kleiner existieren bei uns zwei Galgen mit kleineren Rollstativen. Der reguläre Rollgalgen Galgen + Gew. und Stativ Cine* und der luxuriöse Superboom Schw. + Stativ Studio*.

 

Und an dieser Stelle ein kurzer Verweis auf unseren letzten Beitrag. Wir haben ein schwarz-weiß Paarshot gemacht. Ohne das entsprechende Stativ wäre dieser Shot niemals möglich gewesen.. HIER GEHTS ZUM BEITRAG!

TECHNICAL Vergleich Fotos
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Jetzt mag man sich fragen wie dieses Foto zustande kam und wo es bloß so ein Fenster gibt und wie das Fenster aussehen mag. Die Antwort ist einfach zu geben, indem wir zeigen, wie wir dieses Foto gemacht haben.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Der Unterschied zwischen beiden Galgen besteht lediglich in der Art und Weise wie der Galgen bedient wird und wie der Blitz am Galgen hängt. Da gibt es nämlich einen großen Unterschied der die tägliche Arbeit damit nicht nur etwas vereinfacht sondern wirklich zum Spaß werden lässt.

Wenn man die beiden Galgen am hinteren Ende anschaut, dann sieht man die Kurbelmechanik des Superbooms. Damit kann man Drehung und Neigung um jeweils 360° drehen.

ACHTUNG, wer denkt, dass der Superboom dem normalen Galgen in jeder Hinsicht überlegen wäre, der irrt. Das mögliche Gesamtgewicht ist beim Superboom deutlich geringer. Große Softboxen und schwerere Blitze mit Lichtformer nutzen wir nur noch mit dem regulären Galgen. Der kann nämlich mit viel Kraft wirklich fest arretiert werden. Der Superboom beginnt bei zu großen Gewichten sich langsam aber sicher selbst mit dem Gewicht zu drehen. Nach einiger Zeit steht also das Licht nicht mehr perfekt und das nervt tierisch!

Dann gibt es da noch das mitunter wichtigste Stativ für uns. Den guten alten Manfrotto Galgenstativ Combi S*. Ein Zwidder aus Galgen und Normalstativ, leicht, portabel und unglaublich universell einsetzbar.

Und dann gibt es bei uns im Studio noch die Arbeitstiere. 3er-Pack Stativ Master Schwarz* sind die absolute MASTERSTATIVE. Die Dinger sind flach und perfekt zum Transport, gehen nie kaputt und arbeiten einfach immer wie sie sollen. Luftgefedert und einfach absoluter Standard… Die Klassiker wie das Kleine Schwarze eben.

Überlegt doch mal, was günstige Stative auf Ebay oder so kosten… 40 €, 50 € für Stative die höher als 2,50m ausfahren können. Das Masterstativ kostet 50% mehr, ist von Manfrotto, luftgefedert, Bombenqualität und fährt locker auf über 3m. Ich verstehe nicht, wie man da noch bei Ebay shoppen kann, denn das Sparen an dieser Stelle, das kommt wie ein Boomerang zurück.

Und für den Studioalltag gibt es dann auch noch die Luxus-Version der Masterstative. Das sind dann die Rollstative; Stativ M, Gleitträger Silber*. Die sind nicht gut zum Auf- oder Abbau sondern die sind einfach nur perfekt um vor Ort damit zu arbeiten. Leicht zu bedienen und in der Position zu verändern.

Über genau diese Rollstative haben wir ja schon einen Einzelbeitrag in Videoform gemacht.

So, bedenkt das bitte doch als Fotografen. Ihr fummelt die ganze Zeit an eurem Stativ rum. Darauf basiert alles. Der Blitz, der Lichtformer und viel wichtiger, die Lichtführung im Sinne der richtigen Position. Es kann gefährlich für die Ausrüstung sein, wenn die Stative schlecht sind.

Und dann noch eine Sache. Stative werden nicht schlecht, die Technik wird nicht überholt und auch sonst passiert wenig, was die Dinger wertlos macht. Also gute Stative sind wie Porsche… die Dinger werden nicht schlecht und selbst nach Jahren sind die Geräte noch was wert. Nicht wie Kameras oder Computer…

Auch wenn der eine oder andere sich wohl kaum ein Kurbel-Cine-Dingsbum-Stativ kaufen wird, so soll dieser Beitrag doch einen Einblick in unsere Arbeitsweise geben. Was erkennen wir denn aus unserer Stativkollektion.

  • Galgen sind uns essentiell wichtig
  • Höhe und Sicherheit ist extrem wichtig um die Geräte zu schützen
  • Bedienbarkeit ist essentiell um damit schnell arbeiten zu können.
  • Qualität und Haltbarkeit ist ein Topthema denn Stative kauft man einmal in 10 Jahren…
Wenn ihr jetzt also vielleicht nur einen Aufsteckblitz habt, dann gilt das auch für euch… ein guter Manfrotto Galgen dient auch zig Jahre, tut immer seinen Dienst, hilft bei der Arbeit, ermöglicht ganz anderes Licht und ist kein verschwendetes Geld. Lieber einen Adapter da oder hier weglassen, ein Objektiv weniger aber dafür ein geiles Stativ! AUS DIE MAUS!

Lieben Gruß

Martin & Marc

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