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SETUP-34: DAUERLICHT!!! HAARSCHARF VORBEI

10 August 2010

Heute geht es um ein Setup bzw. um eine Arbeitsweise mit nicht leistungsregulierbaren Lichtquellen. Bei Dauerlichtquellen wie unseren Hedler Leuchten würde eine Leistungsregulierung zu Farbtemperaturverschiebungen führen. Diese Verschiebung ist bauartbedingt. Die Leistung bei solchen Leuchten wird über das interne zu oder abschalten von Halogenlämpchen geregelt. Aber es gibt ja auch Blitze, z.B. ältere Aufsteckblitze oder Generatoren, die nicht wirklich regulierbar sind. Oder der Blitz geht einfach nicht weit genug runter von der Leistung.

Es gibt also insgesamt viele Gründe mal eine Technik zu zeigen, mit der man trotzdem noch sehr gesteuert Licht setzen kann.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Auf dem Foto oben sieht man deutlich, dass wir zwei Leuchten im Einsatz hatten. Ich kann auch sagen wie stark die jeweiligen Leuchten sind/waren. Unser Hauptlicht hatte ca. 1000 W an Leistung während das Streiflicht mit ca. 650 W nicht viel leistungsschwächer ist. Wenn wir uns jetzt ausrechnen, dass die 1000 W in einen 1m Schirm geleuchtet werden, die 650 W aber direkt und fokussiert auf das Modell gerichtet sind, dann liegt es auf der Hand, dass dort ein Helligkeitsunterschied von mehreren Blenden erzeugt wird. Zu viel für den Dynamikumfang der Kamera. Im Endeffekt brennen uns also die Haare über das Streiflicht total aus.

Wenn die Lichtquelle also nicht reguliert werden kann, dann müssen wir irgendwie anders die Leistung regulieren. Des Rätsels Lösung ist die Feathering-Methode. Ursprünglich eingesetzt bei Studioblitzen ganz ohne Leistungsregulierung bzw. Aufsteckblitzen. Feathering nutzt die Tatsache aus, dass der Lichtstrahl am Rand abgeschwächt ist. Wenn man also ein starkes Licht am Modell vorbei zielt, dann wird das starke Licht schwächer! TADAAAA…

SETUP HOW TO Tutorial Photo
SETUP HOW TO Tutorial Photo

Auf den beiden Fotos oben sieht man deutlich, wie das hintere Licht (Streiflicht) am Modell komplett vorbeizielt. Für unsere Zwecke reicht also nur ein Bruchteil des Lichts der 650 W. Und das ist das Foto was aus dem Setup entsteht. Leider sind durch den Einbruch genau die Bilder gerade nicht zugänglich, die das Streiflicht besser zeigen. Aber man sieht das leuchten der Haare auf der linken Seite doch sehr deutlich.

TECHNICAL Vergleich Fotos
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Wie man deutlich sieht, gibt es auf dem Foto kaum Schatten. Obwohl wir beide Leuchten extrem kontrastreich gegeneinander gerichtet haben, gibt es kaum Schatten. Der Grund liegt sicherlich auf der Hand und auf den Fotos habt ihr es definitiv schon erkannt. Wir haben mit einer einfachen Styroporplatte das Licht der hinteren Lichtquelle reflektiert. Wenn wir schon 80% des Lichts an unserem Modell vorbeijagen, warum nicht gleich das Licht noch für das Foto einsetzen.

SKIZZE HOW TO Tutorial Photo
SKIZZE HOW TO Tutorial Photo

Merkt euch also bitte für die Zukunft. Solltet ihr die Featherin-Methode einsetzen wollen, dann passt auf folgende Punkte extrem auf.

  • Ihr braucht einen relativ großen Raum, damit das Licht am Modell vorbei die gesamte Szenerie nicht aufhellt, sondern damit das Licht ins “Nichts” geht.
  • Ihr müsst die Positionen NOCH GENAUER markieren und einhalten.
  • Ihr solltet einen Lichtformer nutzen, der einen ordentlichen Lichtabfall am Rande hat. Eine weiche Lichtquelle streut Licht zu gleichmäßig.
  • Um die Balance genau vorzunehmen, solltet ihr entweder mit einem Belichtungsmesser nutzen oder aber ein starkes Einstelllicht.

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SETUP-24: DAUERLICHT!!! DER GEGEN-GEGEN-SHOT

4 Februar 2010

Heute geht es weiter in der Setupreihe mit einem absoluten Klassiker der Portraitausleuchtung. Wir nennen diesen Klassiker den Con-Shot. Warum CONTRA? Ganz einfach, weil es darum geht, dass die Lichter gegensätzlich ausgerichtet sind. Und diesmal reden wir nicht über die Lichter sondern vielmehr über den Schattenverlauf.

Kernwissen für das Setup ist folgende Lichtlogik: JEDE LICHTQUELLE ERZEUGT AUF DER GEGENÜBERLIEGENDEN SEITE DES AUSZULEUCHTENDEN OBJEKTS EINEN SCHATTEN.

Bei einer leicht schrägen Annordnung des Hauptlichtes bedeutet dies, dass die Schattenwürfe unseres Modells nach Hinten und zur Seite gehen. Dies wiederrum bringt mit sich, dass die Schattenwürfe auf dem Modell sich meisten noch mit dem Hintergrundschatten verbinden und das Modell somit im Schatten “versinkt”. Das Modell und dessen Konturen sind also gegenüber dem dunkeln Hintergrund nicht wirklich deutlich zu sehen. Wir können dabei über die Hintergrundfarbe oder aber über die Distanzen zum Hintergrund etwas “schummeln”. Die Problematik bleibt aber bestehen.

Schauen wir uns aber direkt mal das Setup an, denn dann sehen wir gleich, worauf es hinauslaufen wird. 2 Leuchten haben wir verwendet. Dauerlichtleuchten Bauart Hedler. Einmal dazu einen einfachen silbernen Reflexschirm und dann dazu noch Klappen auf der zweiten Leuchte.

SETUP HOW TO Tutorial Photo
SETUP HOW TO Tutorial Photo
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Für das eigentliche Foto haben wir dann die Positionen der Leuchten von links nach rechts gespiegelt. Deshalb sieht die Skizze entgegen der Aufnahme oben genau so aus:

SKIZZE HOW TO Tutorial Photo

Und aus der Vogelperspektive sehen wir deutlich die Charakteristik um die es uns geht. Wir haben durch das Führungslicht auf der rechten Seite einen Verlauf des Schattens nach links hin. Und der Hintergrund wird durch das Licht von der linken Seite mit einem Verlauf nach rechts hin ausgeleuchtet.

Dadurch erzeugen wir ein Contra der Ausleuchtungen im Schattenverlauf und trennen diese Charakteristika noch zusätzlich über die Beleuchtungsebene. Einmal haben wir das Licht auf dem Hintergrund und dann auf dem Modell. Der tief schwarze Schatten auf der rechten Seite des Modells wird abgeschlossen mit einem harten Gegensatz. Denn hinter der dunkelsten Stelle auf dem Modell befindet sich die hellste Stelle auf dem Modell.

Hier sehen wir im Vergleich die Lichtwirkung im Resultat verdeutlicht.

SKIZZE HOW TO Tutorial Photo

Das Tolle an dieser Ausleuchtung ist die Surrealität der Bildwirkung. Das Hauptlicht ist absolut “normal” und realistisch aber in Kombination mit dem Hintergrund wird eine Freistellung und künstliche Herausarbeitung des Motivs gewonnen. Natürlich kann man diesen Effekt durch die Helligkeit des Hintergrundlichts fein”tunen”. Je heller und krasser der Verlauf im Hintergrund ist, umso stärker wird der Effekt der Kanten und Freistellung erzeugt. Je schwächer der Verlauf ist, umso realistischer sieht das Foto schlussendlich aus.

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Dieses Setup ist besonders für charaktervolle Portraits sehr ans Herz zu legen. Im Beispiel oben haben wir den Effekt sehr sehr stark werden lassen, um dadurch die Freistellung im Extremen zu zeigen. Probiert das Setup und probiert den Effekt etwas schwächer und ihr werdet erstaunt sein, wie viele Variationen man damit erzeugen kann. Wir haben auch deshalb eine schwarzweiss Konvertierung gezeigt um gerade den Effekt der Licht zu zeigen… natürlich kann das Setup auch sehr sehr dolle in Farbe genutzt werden.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Fotografiert haben wir übrigens mit dem 100er Macro von Canon. Gerade bei Dauerlicht kann der IS nochmals alle Stärken ausnutzen und wir bekommen gleichzeit eine schöne Portrait-Telebrennweite.

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LIGHTING-3: HINTERGRUND EFFEKTE

25 Januar 2010

Wenn man im Studio fotografiert, dann folgt man als Fotograf immer einem schichtigen Aufbau. Und zwar geht es darum, dass man das Setup in kleine Scheibchen unterteilt. Wir können ein Foto in folgende grundlegenden Einzelteile zerlegen.

  1. Hintergrund
  2. Licht von Hinten oder von seitliche Hinten auf das Modell
  3. Das Modell an sich
  4. Licht auf das Modell von vorne (Führungslicht)
  5. Sonstige Effekte um das Modell herum oder vor dem Modell

Diese Schichten sollten wenn möglichst getrennt beleuchtet und gehandhabt werden. Dann jedenfalls können wir die Ausleuchtung eines jeden einzelnen Elementes wirklich steuern. Und in diesem Sinne werden wir uns ganz speziell die Nr.1 herauspicken und besprechen, welche Möglichkeit allein die Hintergrundausleuchtung bieten kann. Und mit diesem Post decken wir nichtmal 1% der möglichen Variationen ab. Es gibt viel viel mehr “minimalste Änderungensmöglichkeiten”.

Es geht in diesem Lighting-Post also sowohl darum, dass man mehr Blick für das Detail entwickeln sollte und wir wollen das daran zeigen, welche minimalen Unterscheidungen schon im Hintergrund möglich sind. Für viele wird dieser Post hoffentlich “banal” klingen, und wenn das so ist, dann ist das gut so. Aber trotzdem sind es keine Banalitäten. Auch wenn man es für banal hält, so kann es doch einen großen Unterschied machen, ob ich den Hintergrund rechtwinklig zum Bild oder schräg anordne. Damit ändere ich die Bildwirkung. Wenn auch nur unterschwellig, aber auf jeden Fall ändert sich etwas!

Für diesen Post haben wir ein starkes Dauerlicht genommen um gleich alle resultierende Effekte 1:1 fotografieren zu können. Für alle die es noch genauer wissen wollen was für ein “Lichtleuchtteil” auf den Fotos zu sehen ist: Wir nutzen ein Hedler HF65. Anhand des sehr starken Dauerlichts können wir jede noch so minimale Änderung sofort erkennen. Aber genug davon. Es geht in diesem Post schließlich um den Effekt und nicht in erster Linie um das Gerät.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Anhand der Flügeltore (Klappen) und einer eingebauten Fokussierfähigkeit im Strahler können den Winkel des Ausleuchtungskegel und dessen Ränder bestimmen. Wir haben also insgesamt 2 Faktoren der Änderung des Effekts. Die Klappen steuern die Abgrenzung, der Reflektor steuert die Ausleuchtung “INNERHALB” der Grenzen der Klappen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo
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Anhand der nachfolgenden Beispiele sehen wir die Ausleuchtung bei gleicher Klappenstellung. Wenn wir beide Fotos oben vergleichen, dann erkennen wir deutlich, dass die Ausleuchtung innerhalb des Streifens punktförmig (OBEN) bzw. eher mit einem einheitlichen rechts-links-Verlauf (UNTEN) gekennzeichnet ist. Auf dem ersten Bild erkennen wir zwar die punktförmige Spotausleuchtung, gleichzeitig aber auch die geradlinig Abschattung durch die oberen und unteren Flügeltore.

Auch wenn das obere Ergebnis nicht so bezaubernd ist, so lernen wir doch eine sehr wichtige Sache aus dem Ergebnis. Wollen wir Abschirmklappen sinnvoll einsetzen, so brauchen wir eine sehr hohe Streuung des Grundlichtes. Je einheitlicher und streuender das Licht ist, umso genauer können wir die Abgrenzung der Klappen setzen.

Hier nochmals ein direkter Vergleich der zwischen den maximal möglichen Reflektorstellungen. Jedes Foto wurde mit exakt gleicher Position der Klappen gemacht.

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Anhand dieses Thematik erkennen wir die Tatsache, dass es fast unmöglich ist, ein zu hartes Licht in zu kurzer Entfernung mit harten Schatten abzuschatten. Es erfolgt ein Spoteffekt oder aber die Abschirmung hat kaum Erfolg. Dagegen wird ein sehr streuendes Licht viel besser von Klappen und Abschirmklappen, Abschattern oder sonstigen “Barrieren” geformt.

Kommen wir also direkt zu einem weiteren Aspekt der Manipulation. Die Drehung der Abschirmklappen. Durch die Drehung der Klappen drehen wir natürlich auch unseren Effekt. BANAL!!!! Aber was nicht banal ist, das ist die Veränderung der Bildwirkung.

Schaut mal direkt auf die drei resultierende Fotos. Dort sieht man direkt, dass die Ausrichtung des Strahls euer Foto strecken oder zusammen”stauchen” würde. Der damit verbundene Effekt kann beschrieben werden mit einer optischen Streckung.

SETUP HOW TO Tutorial Photo
SETUP HOW TO Tutorial Photo
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Schon wieder ein Detail, was das Foto um 180° drehen kann. Stellt euch einfach vor, dass ihr ein sehr längliches Gesicht bei eurem Modell vorfindet und ein ihr dazu noch ein länglich ausgerichtetes Hintergrundlicht setzt. Dann addieren sich diese Wirkungen und das Gesicht erscheint noch länger. Gleichzeitig kann die Gesichtsform durch die Position aber auch entsprechend “kontrolliert” werden.

Und bei der Fotografie geht es genau darum, auf solche Details zu achten.

Und hier kommt letzten Endes das finale Foto. Gemacht mit den oben beschriebenen Effekt.

TECHNICAL Vergleich Fotos
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Tja, und an dieser Stelle kommt mal wieder ein noch viel wichtiger Lerneffekt innerhalb der Fotografie. WIE MAN ES MACHT, MAN MACHT ES FALSCH! Im Nachhinein finden wir, dass wir den Effekt nicht einsetzen hätten sollen. Er wirkt für das Foto oben zu künstlich und irgendwie gefällt es uns nicht so wirklich!!! :-)… Tja, Martin und Marc, Pech gehabt…Ideen können schief gehen

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