Hallo an alle da draußen…
heute gibt es wieder ordentlich auf die grauen Zellen, heute wirds mal wieder so richtig knülle. Also anschnallen und Augen auf! Es gibt keine Fotos, keine Modelle und auch sonst fast nix zu gucken. Alles was es gibt, sind schnöde Beweisfotos. Denn ansonsten würdet ihr mir vielleicht garnicht glauben.
Wir kümmern uns heute um einen Vergleich zwischen FP-sync und dem Einsatz von Graufiltern. Da gibt es nämlich einen dollen Vergleich. Aber um den wirklich zeigen zu können, da müssen wir erst die Gegebenheiten drumherum etwas aufklären. Definitionen und Erklärungen um eine gute Grundlage zu bekommen. Jeder der richtig versiert ist, darf den Teil hier gerne überspringen.
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Warum sollten wir überhaupt FP-Sync oder Graufilter nutzen. Die Antwort ist wirklich einfach.
Denkt mal an einen richtig hellen Tag. Sonne knallt, alles hell. Ihr wisst ja was bei so einem Tag für Einstellungen an der Kamera rauskommen. ISO100, f8 und mindestens 1/500s Verschlusszeit. Kein Problem eigentlich, wir können ja bis 1/8000s rauf wenn wir die Blende weiter öffnen wollen.
FALSCH… denn das ist nur die halbe Wahrheit. Das geht nämlich nur, wenn wir keinen Blitz einsetzen. Sobald der Blitz dazukommt weigerst sich plötzlich unsere Kamera schneller als 1/200 (ca.) zu belichten. Oder aber wir kriegen plötzlich so einen komischen schwarzen Balken über das Foto.
Das hängt zusammen mit unserem Schlitzverschluss bei dem ab einer bestimmten Geschwindigkeit niemals der ganze Sensor mit einem Blitz belichtet werden kann.
Also müssen wir, um bei hellem Umgebungslicht mit Blitz zu fotografieren, schummeln und den Blitz auf FP-Modus umstellen, oder aber wir können Graufilter nutzen um alles Licht was durch das Objektiv kommt zu dimmen. Was genau ist aber dieser ominöse FP (FOCAL PLANE) SYNC MODUS??? Eigentlich wird er ja auch Highspeedmodus genannt. Aber diese Beschreibung ist noch viel trügerischer und lügnerischer als der Ausdruck FP-SYNC. Warum das denn jetzt? Der Blitz überlistet den Schlitzverschluss nämlich dadurch, dass er nicht schneller oder kürzer SONDERN LÄNGER blitzt. Der Blitz leuchtet plötzlich, wird also zu einer Art Dauerflackerlampe. Und diese Lampe leuchtet dann also ab dem Zeitpunkt wenn der erste Verschlussvorhang sich hebt und der Schlitz über den Sensor wandert bis zu dem Zeitpunkt, da der Sensor wieder komplett verdeckt ist. Wenn man sich so ein Diagramm anguckt, dann sieht man direkt das FLACKERN des Blitzes.
Dadurch können wir dann schneller als die X-SYNC blitzen :-) um das mal blöde zu formulieren. Am Blitz seht ihr das Zeichen als kleines “H” neben dem ETTL.
++++++++++++++++ SCHNAPP ++++++++++++++++
Im Vergleich dazu nimmt der Graufilter die Holzhammermethode. Er nimmt einfach alles Licht bei einem bestimmten Grad weg, was durch das Objektiv kommt. Dadurch dass der Graufilter z.B. die Hälfte des Lichts schluckt, kann man einfach die Blende um eine volle Blendenzahl öffnen und gut ist! Was wir an Licht wegnehmen, das holen wir also durch die Blende wieder heraus. 1 zu 1!!! (DAS IST VERDAMMT WICHTIG. IM KOPF BEHALTEN)
SCHAUEN WIR UNS JETZT DIREKT MAL DAS FP-SYNC AN.

Schaut mal auf das Display des 580 EX II. Den Blitz haben wir zu Testzwecken genutzt. Leitzahl ist beim 580 EX II 58 (ISO100/21°). Wir haben den Test bei realistischen 50mm gemacht. Realistisch für die Peoplefotografie! Und vielleicht ist euch schonmal die Leiste mit den lustigen Zahlen unten am Blitz aufgefallen. Das ist ja eine Reihe in Metern… also DISTANZANGABEN!
Distanzangaben am Blitz machen aber doch nur Sinn, wenn der Blitz weiß, was die Kamera eingestellt hat/ist. Also findet eine Kommunikation statt. Und aus den Werten aus der Kamera, da errechnet sich der Blitz die maximale Reichweite bei voller Leistung.
Alles was der Blitz macht ist ja, Leitzahl (bei ISO100) durch Blende = Entfernung in Meter! Das können wir auch direkt testen. Wir haben folgende Einstellungen an der Kamera gewählt und dann müssen wir nur noch den Auslöser halb durchdrücken. Dann rechnet der Blitz!!!


Seht ihr, der Blitz zeigt an, dass er bei effektiver Blende 8.0 rechnet und auf einemaximale Reichweite von 6m kommt. Solange das Motiv also 6 Meter entfernt ist, kann der Blitz das Motiv ausleuchten. Oder anders herum. Der Blitz hat bei f8 eine Reichweite von 6 Metern. Ohne Lichtformer, ohne richtige Zoomstellung.
Wir hatten also f8 bei 1/200s. Das war gerade die maximale X-SYNC-ZEIT an der 5D Mark II. Jetzt ändern wir das Ganze einfach mal, schalten FP an und können nun auf 1/400s hinaus. Dafür öffnen wir die Blende auf 5.6.


Und hier kommt der Hammer. PENG!!! Obwohl wir die Blende eigentlich weiter aufgemacht haben, kommt der Blitz nur noch 3 Meter weit. Das ist eine volle Halbierung der maximalen Distanz. Das entspricht einem Leistungseinbruch von 2 vollen Blenden.
WOW! UM EINE BLENDE AN UNSCHÄRFE ZU GEWINNEN, GEHEN ZWEI!!!! VOLLE BLENDEN AN LEISTUNG DRAUF!
Und was das bedeutet, das braucht man garnicht mehr zu sagen. Wir können den Umkehrtest machen. Selbst wenn wir eine Blende weiter schließen, bekommen wir ohne FP-SYNC eine maximale Reichweite von…


VOILA!!!! …4m!!!!
Und da hätten wir unser Ergebnis! Highspeedsyncen kostet Leistung. Derbe… big way!!! Dafür dass der Blitz länger leuchtet und leuchtet und leuchtet kann er nichtmehr auf voller Stärke blitzen. Ist ja logisch, für die Dauer geht Leistung drauf.
Wir hatten vorher aber gesagt, der Graufilter kostet uns 1 zu 1 Leistung. Eine Blende öffnen, eine Blende Leistung. FP-SYNC kostet für jede Blende zwei Blenden Leistung… :-) (UNGEFÄHR)
ERGEBNIS:
- Wenn man bloß die Offenblende braucht, dann sind Gruafilter durch nix zu ersetzen.
- Wenn man die schnelle Verschlusszeit braucht, dann geht kein Weg um die FP-SYNC herum. Aber man muss im Hinterkopf behalten, dass es enorm Leistung kostet und dass der Blitz eigentlich nicht kurz leuchtet sondern EXTRA LANGE. Und auch das kann zu marginalenm Verschmieren führen.
- Der Graufilter muss extra gekauft werden und extra noch vors Objektiv geschraubt werden. Das sollte man auch im Hinterkopf behalten. Denn manchmal geht es mehr um Schnelligkeit als um Qualität. Manchmal! Und da gibt es nix einfacheres als FP-SYNC.
Etwas komisches ist uns heute auch noch passiert. Etwas, was ich nicht erwartet hätte. Als wir die Fotos für den Post gemacht haben, haben wir den Highspeedmodus am Blitz anschalten müssen. Und wir haben das vor dem Umstellen der Kamerawerte gemacht. Und plötzlich hat sich die Reichweite verändert. Ohne Blenden oder Zeitänderung. Wir haben also die Zeit bei 1/200s gelassen und TROTZDEM… schaut her!


… die Leistung ist eingebrochen. Anscheinend leuchtet der Blitz bei aktivierter Highspeedoption schon bei 1/200s los! Ihr solltet also nicht den Modus dauernd anhaben!
Abseits von FP und ND… was bringt euch dieser Post noch? Ihr wisst jetzt, dass euer Blitz eine prima Rechenmaschine ist und sollte immer kontrollieren ob man den Blitz überhaupt einsetzen kann, ob die Reichweite ausreicht.
Beispiel: Nach diesem Post wisst ihr auch was euer 580 EX II kann und wenn man immer einen Blick auf das Display wirft, dann lernt man die Leistung sehr gut kennen. Man weiß was möglich ist und auch im manuellen Modus wird man sicherer. Wenn ich 3m Entfernung zum Modell habe, dann weiß ich, dass ich halbe maximale Distanz habe, also 2 Blenden weniger als 1/4 Leistung. BASTA! Ohne Probeaufnahmen oder rumfummeln. Man kann prima “VOR”kalkulieren… Aber das kommt in einem anderen Posting.
MAN SIEHT SICH!
CANON ETTL WORKSHOP
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