SETUP-48: MIT GENÜGEND POWER LEUCHTET ALLES!
Die Überschrift sollte eigentlich alles erklären. Es geht mal wieder um ein relativ unkonventionelles Setup. Aber umso interessanter ist der Einsatz und der Effekt. Schauen wir uns doch einfach mal zwei Fotos an.

Und da sollte sofort die Frage entstehen in eurem Kopfe: Wo zum Henker sind die Blitze? Haben wir hier etwas einen Fehler beim MakingOf gemacht und die Blitze stehen hinter uns? Nein, das ist nicht der Fall. Das komplette Foto-Blitz-Setup ist auf dem Bild zu sehen! Auch der Blitz ist eigentlich auf dem Bild.

Nein, es ist nicht das Striplight im Hintergrund… im nächsten Bild wird die ganze Sache dann aber klar wie Kloßbrühe.

Wir haben den Hintergrund von hinten nochmals mit einem Blitz befeuert. Dadurch leuchtet der Hintergrund in einem satten Weiß. Im Endeffekt zeigt sich hier der Spruch aus der Überschrift. Mit genügend Licht wird alles hell.
Daher ist es in dieser Situation auch weniger wichtig, ob der Hintergrund jetzt blickdicht oder sehr dünn ist. Natürlich lässt ein normaler Papierhintergrund kaum Licht durch aber nichts desto trotz kann er mit genügend Licht strahlen als wäre es ein hauchdünnes Papiertaschentuch.
Im Endeffekt ist die Dicke des Hintergrunds auch von großem Vorteil für uns. Denn wir sind darauf angewiesen, das Modell mit dem Streulicht von vorne zu belichten. Wir blitzen auf den Hintergrund, der Hintergrund leuchtet und strahlt in den Raum und die davon wieder reflektierten Strahlen kommen zurück auf die Front des Modells. Je dicker unser Hintergrund ist, umso mehr Licht kommt um den Hintergrund herum. Man muss sich das so vorstellen, als ob man einen Stausee aus einem Fluss bauen würde. Wenn die Mauer recht dicht ist, dann bahnt sich das Wasser einen Weg drumherum. Ist der Staudamm brüchig, dann kommt das Wasser dort durch und muss nicht mehr in gleichem Maße drumherum fließen.
Je dicker der Hintergrund umso mehr Streulicht gibt es also. Natürlich sollte das Studio drumherum nicht komplett in Schwarz gestrichen sein. Aber das sollte bei den vielen Streulicht-Fotos bei uns im Blog ja in der Zwischenzeit klar sein.

Der Reflektor wurde so gewählt, dass er möglichst viel Licht auf den Hintergrund bringt und die Ausleuchtungsgröße ungefähr die Größe des Oberkörpers ist.


Um das ganze Setup zu beleuchten haben wir dann aber auch 1000Ws an Leistung benötigt. Das ist echt nicht wenig!!!

Kommen wir nochmals zurück zu dieser großen Platte vor dem Modell. Natürlich ein Aufheller. In Styropor-Form und in sehr groß. Um den dunklen Boden auszugleichen haben wir gezielt eine große Platte von unten auf das Modell gerichtet. Im Nachfolgenden sehr ihr den Unterschied zwischen mit und ohne Platte.

Gerade die Abdunklung an den Beinen und zwischen dem Jackett ist enorm.
An dieser Stelle bleiben eigentlich nur noch die üblichen Verteilungszeichnungen. Viel Spaß mit unseren malerischen Meisterwerken :-9… HÜSTEL!


Und hier schlussendlich das finale Foto. Man sieht, garnicht schwer solche Fotos mit nur einem Blitz zu machen. Und natürlich etwas Styropor.

- click on image to enlarge -

- click on image to enlarge -
Viele Grüße und eine tolle Restwoche wünschen wir euch…
Martin & Marc

english


0049 179 910 8248
info@krolop-gerst.com 
Was für einen Hintergrund habt ihr denn verwendet? Es geht mir weniger um die Dicke als vielmehr um die glänzende Oberfläche, die man auf zwei Bildern gut erkennen kann. Sieht schon fast nach Lackfolie aus… Dank euch für die Tipps!
Martin
Normaler weißer Hintergrund… nix Folie oder glänzend… matt!
Ihr Gesicht ist aber schon noch was dunkel, oder?
@ admin
Habt ihr dann ne Plexiglasplatte vorn bei der Styroporplatte? Denn dort glänzt es verdammt arg…?
Nö…
Tolle Abwandlung meines Lieblingssetups von euch (Modell vor großer Octabox stellen und vorne mit Sunbounce belichten). Ich nutze mittlerweile das Lastolite Hilite für solche Aufnahmen, preislich ist das natürlich jenseits von gut und böse, gerade im Vergleich zu diesem Setup ;)
Sehr schönes Setup. Wobei 1000 Watt wirklich schon verdammt viel Leistung ist.
Blende 4 oder ISO 200 und nur noch 500 Ws;)
@Alexander Rambow: Bei Blende 4 wären es schon nur noch 250Ws.
Hmm, irgendwie stimmt da was mit der Erklärung nicht… du sagst:
“Wir blitzen auf den Hintergrund, der Hintergrund leuchtet und strahlt in den Raum und die davon wieder reflektierten Strahlen kommen zurück auf die Front des Modells. Je dicker unser Hintergrund ist, umso mehr Licht kommt um den Hintergrund herum.”
- was denn jetzt? durch den Hintergrund hindurch, oder doch drum herum? und wenn wir nach dieser logik vorgehen, muss ein schwarzer lichtdichter Hintergrund noch besser sein, dann kommt ja NOCH MEHR Licht drum herum, oder nicht?! Verwirrung pur…
Antwort: SOWOHL ALS AUCH!
@MiGel hast recht meinte 5.6:) Verdammte Blendenreihe kommt immer wieder vor.
@ Schelter:
- mehr dicke = weniger direktes licht durch den Hintergrund.
Wenn die Power gleich bleibt, können wir also den Hintergrund Helligkeit durch die Dicke Regulieren.
Wenn die Power gleich bleibt, bleibt aber auch die Menge an streulicht konstant. Verändern wir dann die Kamera Settings um es an den Hintergrund anzupassen = Variables streulicht.
Hoffe das ist halbwegs verständlich:)