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SETUP-26: SUNBOUNCING – I

Heute waren wir mal wieder zwangsweise draußen unterwegs… 3 Stunden später und 4 Finger weniger an der Hand wieder zuhause angekommen war eine Sache klar… Wir brauchen ein paar sonnige Gedanken… PRONTO. Und was gibt es da Besseres als ein kleiner Post über SUN-BOUNCING. Vergessen wir für einen Moment also die Minusgrade und träumen uns in einen sonnigen Tag in Köln in einer alter Industrielocation hinein. Ein Modell, strahlend blauer Himmel mit ein paar wunderschönen Cumuluswölkchen am blauen Himmelsdach. Und unseren großen, zebrafarbenen Reflektor bei der Hand. Los gehts mit einem Foto vom Setup. Mehr gab es nicht. Kamera. Reflektor, Wand und Modell. Und deshalb eröffnen wir heute die Reflektoren-Saison mit dem ersten Beitrag über SUNBOUNCING.

TECHNICAL HOW TO Tutorial Photo

Aber halt… nicht so hektisch. Auf dem Foto oben gibt es mehr zu erkennen als man auf den ersten schnellen Blick vielleicht denken mag. Gehen wir doch einfach mal etwas in die Details. Was sehen wir denn auf dem Foto? Was können wir schon von einem einfachen Making-Of-Shot erkennen?

  1. Das Modell befindet sich im kompletten Sonnenschatten.
  2. Wir sehen einen gelblich/orangenen Schimmer auf der grünen Säule hinter dem Modell. Ergo, ein goldener oder zebrafarbener Reflektor. Und da Gold doch etwas arg krass ist, war es sicherlich zebrafarben!
  3. Abstand zwischen Wand und Modell von ca. 80-90cm.
  4. Wir sehen die komplette Silhouette des Modells auf dem Hintergrund. Ergo, der Reflektor wirkt echt stark und wirft viel Licht in den Schatten.
  5. Der Sunbouncer befindet sich teilweise sogar noch im Schatten (unteres Ende). Näher konnten wir also nicht an unser Modell heran.

TECHNICAL HOW TO Tutorial Photo
Und das alles erkennen wir aus dem einen Foto. Wenn wir nur hingucken. Und aus diesen Infos können wir weiter schlussfolgern. Es geht nämlich jetzt darum, zu erkennen, wie stark die Gewichtung zwischen Umgebungslicht und Reflektor auf dem finalen Foto sein wird.

Ja, es gibt einen Unterschied zwischen dem “normalen Umgebungslicht” und dem reflektierten Licht direkt aus dem Sunbouncer. Das können wir uns auch ganz einfach erklären, denn wenn wir ohne Reflektor fotografieren würden, müssten wir sicherlich die Blende weiter öffnen, könnten aber trotzdem locker noch ein Foto des Modells im Schatten machen. Das Licht wäre zwar schwächer aber nicht komplett weg. Und wenn wir wissen, dass wir mit dem Reflektor Licht zurück in den Schatten werfen, dann müssen wir uns um die Gewichtung genauso Gedanken machen, als wenn wir einen Blitz einsetzen würden.

Komischerweise denken viele Fotografen nur an Gewichtungsfragen wenn ein Blitzkopf mit einem kleinen Regler da steht. Nicht aber wenn mit der Sonne gearbeitet wird. Es bleibt aber die Konstellation, dass ich durch den Reflektor eine künstliche, zweite Lichtquelle ins Spiel bringe. Diese zweite Lichtquelle hat eine eigenen Charakteristik und diese Charakteristik muss ich als Fotograf mit dem restlichen Licht gewichten.

Und auf dem obigen Foto haben wir mindestens zwei Blenden mehr Licht vom Reflektor als vom Modell. Zwei Blenden, das können wir schon allein am Schattenwurf erkennen. Ein Unterschied von einer Blende macht nicht eine derartige Silhouette. Hier könnte der Unterschied sogar eher Richtung DREI Blenden tendieren.
Ob zwei oder drei ist aber völlig egal solange wir behalten, dass der Unterschied sehr stark ist und dass wir das Foto fast gänzlich über das Licht aus dem Reflektor formen und charakterisieren.

Und genau das sehen wir auch auf dem Foto… voila… ein Shot aus dem Setup. Mal wieder haben wir die Farben aus dem Foto genommen um hier nicht unnötig von der Charakteristik abzulenken. Es geht um Schattenwürfe und nicht um Farben im Foto.

TECHNICAL Vergleich Fotos
- click on image to enlarge -

Wir haben also zwei Zeichnungen die jetzt kommen. Einmal gibt es unsere übliche Zeichnung, welche Lichtquelle im Endeffekt welchen Bereich des Bildes belichtet (GELBES GEKRITZEL). Und daran können wir erkennen, dass eigentlich alles an dem Foto Reflektorenlicht ist!

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Und hier noch eine zweite Skizze über die Charakteristik des Fotos. Mit rot wurden die Stellen markiert, die Schattenwürfe durch den Sunbouncer darstellen. Erst wenn man ganz genau hinschaut, dann erkennt man, dass überall kleine aber sehr starke Schattenwürfe auftreten. Am Reisverschluss der Lederjacke z.B. oder seitlich am Kinn.

Da die Position des Bouncer sehr tief war, sind die Schattenwürfe sehr versteckt auf die Seite projiziert. Normalerweise erkennt man Schatten nach unten hin auch leichter.

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Dieses Dominieren einer Lichtquelle in einem Bild, das übertrumpfen einer Lichtquelle über die andere (in unserem Falle gewinnt der Reflektor gegen das umgebende Streulicht der Sonne) erreicht man mit Reflektoren bloß, wenn man das Licht einer Lichtquelle vom Modell nimmt. Und genau das haben wir in diesem Setup gemacht. Der wichtigste Lernfaktor in diesem Beitrag ist nämlich, dass erst das Positionieren des Modells im Schatten diese Ausleuchtung ermöglicht. Wäre das Modell in der Sonne gestanden, dann wäre der Reflektor niemals stärker als die Sonne (LOGISCH!!!). Wenn ich also mit Reflektoren arbeite, dann kann ich Verhältnisse der Lichtquellen untereinander nur dann kontrollieren, wenn ich subtraktiv agiere. Ich muss Licht von einer Lichtquelle wegnehmen um die verbleibende Lichtquelle in ihrer Leistung relativ zu erhöhen.

Und damit hätten wir auch dieses Setup geklärt. Es ging in diesem Post um mehrere kleine aber umso wichtigere Dinge.

  • Viele Details in Sachen Lichtführung erkennt man durch “AUGEN AUFMACHEN”.
  • Eine Lichtcharakteristik kann sehr versteckt sein, ist aber trotzdem vorhanden.
  • Draußen gibt es immer mehrere “LICHTQUELLEN” und Streulicht ist eine ganz fiese Lichtquelle.
  • Schatten ist der Freund eines jeden Sunbouncers!!!

Damit hätten wir das Thema heute abgehandelt. Mehr gibt es hier erstmal nicht zu sagen. Fazit: Schatten macht alle anderen Lichtquellen stärker!

Und kein Post ohne ein wirkliches SETUP-GEKRITZEL von Martin. Voila, das Setup aus der Vogelperspektive!

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BYE BYE

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  1. 17 Februar 2010, 22:59 | #1

    Hallo und danke für die ausführliche Erklärung und die warmen Gedanken.
    Seit ihr jetzt schon mit dem Server umgezogen?
    Kann es sein das die Bilder bei einem Workshop entstanden sind? Weil so viele Männer mit einer Kamera rum stehen… .

    Grüße

  2. Phil
    18 Februar 2010, 9:42 | #2

    Hallo! Der “click image to enlarge”-Link ist wohl gewandert – und zwar ein Bild tiefer ;-)
    Super Artikel übrigens! VG

  3. taylor
    18 Februar 2010, 11:37 | #3

    Wieder ein sehr gut erklärtes Setup.
    Ich finde so einen Hintergrund genial, muß mich mal hier auf die Suche begeben :-)).

    Reicht eigentlich ein Sunbounce Mini für Ganzkörperaufnahmen, oder muß es schon der Pro sein ?
    Gruß taylor

  4. 18 Februar 2010, 12:01 | #4

    REICHT!!! Aber wenn es wirklich GANZ-Körper sein soll, dann ist Pro deutlich besser!

  5. taylor
    18 Februar 2010, 13:54 | #5

    @admin
    OK, danke für die schnelle Antwort.
    Würde am liebsten gleich einen Mini, Pro und Sunswater kaufen, aber alles auf einmal ist nicht drin.
    Eignen sich eigentlich die Bouncer als Diffuser ?
    Denke immer das die Haltestangen stören könnten, und einen Schatten auf dem Motiv erzeugen.
    Gruß
    taylor

  6. 18 Februar 2010, 13:55 | #6

    Kommt stark auf die gewählte Bespannung und Abstand bzw. Art der Sonnenstrahlen an dem Tag!

  7. 18 Februar 2010, 15:56 | #7

    Kann es sein das die Wand auf so manch einem Vera Moda Bild war?

  8. 18 Februar 2010, 16:04 | #8

    also ich glaube nicht, dass genau diese Wand es gewesen wäre… aber ich denke diese Bahnwände sind ziemlich häufig!

  9. Jupp
    18 Februar 2010, 20:52 | #9

    @admin
    ist es in der Foto-Scene üblich locations “geheim” zu halten ?

  10. 18 Februar 2010, 21:08 | #10

    alles klar, mein fehler ;)

  11. 18 Februar 2010, 21:27 | #11

    Wie meinst du das mit “geheim”??? Also ich kenne viele Fotografen die eben nicht sagen, wenn sie gute Spots gefunden haben. Es gibt dann auch viele Firmen, Locationscouts, die verlangen kräftig Kohle für eine Location. Was aber viele nicht wissen ist, dass der Locationscout nicht so viel Geld für das Wissen über die Location nimmt, sondern für die Orga, Drehgenehmigungen, Fragen und Verhandlungen etc…

  12. 19 Februar 2010, 1:05 | #12

    Please translate those german only post in English ;) Your blog rocks but we can’t understand half of this things, and google translate sucks for German ;)

  13. 19 Februar 2010, 7:43 | #13

    hey, Pawel… it is all a matter of time :-) but we will do our best to get the English versions online!

  14. 19 Februar 2010, 11:22 | #14

    mal ne Frage zur Bespannung.. Zebra oder Silber ?
    Werd mir demnächst ein Pro bestellen. Da ich mir erstmal nur eine Bespannung leisten kann und es (wieso auch immer) keine Silber/Zebra gibt, welche ist vielseitiger für Fashion/Lifestyle/People ? Silber oder Zebra?

    Ich hab die Befürchtung das die Zebra mit den ca. +400K, durchaus nicht immer einsetzbar ist und Silber mit durch die Neutralität erstmal vielseitiger ist..

  15. 19 Februar 2010, 11:59 | #15

    Blöde Frage… ich will dir da nicht antworten!!! Sorry, aber die beiden Bespannungen sind gleich wichtig. Mit Blitzlicht verwendest du eher silber, als Führungslicht draußen verwenden wir lieber den Zebra… Zebra sieht aber auch mal komisch aus, wenn man Streiflichter damit erzeugt… wie du es drehst, es kommt nix bei raus… beide Bespannungen sind eigentlich ein Muss….

  16. Blue
    19 Februar 2010, 15:30 | #16

    und noch ne blöde Frage: wie kommt es, dass das Model die Augen nicht zukneift? Klingt seltsam, aber bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn ich das Sonnenlicht voll über den Reflektor aufs Gesicht lenke, das Model so gut wie blind ist! Gibts da einen Trick? Den Winkel kann man ja kaum verändern, weil entweder das Licht trifft, oder es trifft nicht. Auf ne Wolke gewartet?
    Grüße Blue

  17. Blue
    19 Februar 2010, 15:31 | #17

    Sorry, ganz vergessen: danke für den Beitrag, sehr gut!

  18. Jupp
    19 Februar 2010, 20:02 | #18

    @admin
    die Antwort war ziemlich passend. DANKE ! Die Erfahrung, das Fotografen ungern ihre spots preis geben stelle ich sehr oft fest (eigentlich immer).
    Hilft also nichts außer mit offenen Augen durch Land und Stadt zu fahren…

  19. 20 Februar 2010, 0:05 | #19

    @ Martin
    Genau das hab ich mir eben auch schon gedacht, respektive aus der Erfahrung mit dem Mikro Mini gelernt. Silber ist top im Studio und mit Blitzen. Outdoor wäre Zebra wenns um Available geht def. besser..
    Werd mir wohl erstmal den silber holen und dann 1-2 Monate später den Zebra.. wirklich schade das es keine Kombi silber/zebra gibt (gold/silber gibts ja auch..).

  20. Blue
    24 Februar 2010, 17:21 | #20

    Es interessiert mich wirklich sehr…also das mit dem Augen-Zukneifen und blenden bei vollem Sonnenlicht. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass wenn ich die strahlende Sonne mit dem Reflektor auch aus größerer Entfernung so spiegel, dass sie aufs Gesicht fällt, dass dann da das Model starke Schwierigkeiten hat, die Augen aufzuhalten. Liegts daran, dass die “Profi”-Models das einfach “gelernt” haben – oder gibt es einen Trick?
    Grüße!

  21. Frank Herschel
    28 Februar 2010, 0:09 | #21

    Hi! Eine Frage zum Making-Off Foto: ziemlich starker Kontrastumfang. Weißt Du, ob das mit einer Fuji gemacht wurde?
    Bye FH

  22. 1 März 2010, 8:03 | #22

    Nö, dat war mit ner Canon 5D Mark I… Lightroom und Tiefen/Lichter sei Dank!

  23. Marc
    3 März 2010, 22:52 | #23

    Wer nicht so viel Geld für ein Sunbounce ausgeben möchte kann
    auch “günstiger” einen Lastolite etc kaufen.
    Gruss

  24. Robert B.
    25 Juli 2010, 10:09 | #24

    Ich finde eure ausführlichen Tipps richtig spitze! Das “Gekritzel” wirkt immer recht lustig, hilft aber auch sehr. Das findet man sonst nirgendwo. ;) Bitte weiter so machen!

  1. 23 Juli 2010, 8:15 | #1