Ist zwar schon etwas länger her, aber dieses Setup wurde auf einem Workshop in Bonn aufgenommen. Dort kam gerade zur Sprache das Thema “IN DER EINFACHHEIT LIEGT DIR KRAFT” :-). Deshalb kamen wir auch zu diesem absoluten Hall-of-Fame-Setup. Und das hat den Platz in dieser ehrwürdigen Halle der Besten aller besten Besten echt verdient. Warum das sehen wir jetzt.
Das Setup ist so simple wie genial. Die Lichtquelle, egal ob weich oder hart, wird ca. 30-40 cm über der Kamera positioniert. Genau über der Kamera. Hochfrontal um genau zu sein. Der Trick bei der Sache ist aber zudem, dass nicht nur die Ausrichtung Licht-Modell hochfrontal ist, sondern auch die Relation Modell zu Kamera. Also befinden sich alle 3 Dinge auf der selben Achse.
Genau wie die Härte des Lichts, ist auch der Abstand zum Modell variabel. Die Härte und Weichheit hängt ja unmittelbar vom Abstand ab. Deshalb können wir hier keine Maßgaben setzen. In dem Foto unten wurde ein 85cm Schirm auf eine Entfernung von knapp über einem Meter verwendet.



Und was kommt raus???? Ein super natürliches Portrait mit schönen aber dezenten Schattenwürfen. Genau perfekt für unser Modell Nicole.
Zu beachten ist bei diesem Setup bloß, dass die Charakteristik über die genaue Ausrichtung lebt. Also man muss schon genau unter der Lichtquelle arbeiten. Und mit genau ist wirklich genau drunter gemacht. Nicht 10cm daneben… nichtmal 5!!! Für alle ohne Galgen hier ein Tipp wie man an der Achse fotografiert. Man macht “Stativ-Kuscheln”!!!!

Und endlich kommen auch die fertigen Fotos. Sowas kommt dabei hinten raus…. mir persönlich gefällt das Lachen mit Abstand besser als das “böse” Bild. Aber das ist Geschmackssache. Man sieht deutlich, dass durch die Einfachheit der Lichtführung genug Raum und Luft für das Modell übrig bleibt. Es sind, ganz im Gegenteil zur heutigen zur Gewohnheit gewordenen Effekthascherei in der Fotografie, dezente Lichtführung in Verbindung mit einem ausdrucksstarken Motiv.


16 Responses
Schöner Beitrag!
Weniger ist manchmal eben doch mehr!
“Stativ-Kuscheln”, sagst Du?
Also Calumet führt den Artikel nicht :-(
Und nu??
VG
Mehrdad
Hi,
also ich finde beide Bilder sehr gelungen – kommt eben drauf an, für welchen Verwendungszweck. An diesem Setup sieht man, dass man nicht unbedingt 5 Blitze haben muss um schöne Bilder machen zu können. Klar, mit 5 Blitzen kann man so einige Highlights setzen, aber dass muss man nicht immer.
Ich finde sowieso, dass man mit einer Lichtquelle eunderschöne und interessante Bilder machen kann und vielseitig fotografieren kann.
Danke für den schönen Beitrag.
MfG
Mal wieder ein schönes Setup! Einfach ist meistens wirklich besser als Aufwendig..
Ein kleine Frage hätte ich noch. Blitz oder Dauerlicht in dem Beispiel hier?
Wenn Blitz, was für einer, das ihr mit 1m Abstand auf f5.6/4 gekommen seid..
keep it clean and simple… sehr schön :-)
noch schöner wäre ein foto mit 5cm und eines mit 10cm abweichung von der optischen achse, damit man gleich sieht, warum man besser akkurat arbeitet.
Hi Martin,
schönes Setup weil ich die 1 Lichtsetup´s eh mag. Eine Frage hätte ich noch wie weit war das Model vom Hintergrund entfernt? Der wirkt auf dem s/w Bild relativ hell. Dem Making Of nach würde ich ja sagen ca. 1m aber dann müsste er doch ca. 1Blende unterbelichtet sein? Oder hab ich jetzt ein Rechenfehler?
Gruß Simon
Die Rechnung “doppelte Entfernung halbe Blende” gilt streng gesehen nur für “ideale” Lichtquellen die sich auf einen Punkt im Raum konzentrieren. Bei einer 1m großen Lichtquelle setzt man diese Rechnung ziemlich weit außer Kraft. Je größer die Lichtquelle umso weniger gilt deine Rechnung!
Hi,
ich bin seit ca 1 Woche regelmässig am lesen und muss sagen..
Für einen Anfänger in der Studiofotografie wie mich, ist so ein einfaches Setup Gold wert.
Habe lediglich einen Blitz mit LZ58 und möchte erstmal gern NUR mit diesem arbeiten bevor ich weitere mit ins Setup nehme und mich dann damit übernehme…
Ich danke dir für den tollen Beitrag.
Gruß
Das aus meiner Sicht genialste an diesem Setup ist, die Tatsache das man es ganz leicht zu Hause nachmachen kann.
Vielen Dank für diese Inspiration. Wenn ich meine Pakete bekommen habe probiere ich es gleich aus. :-)
Müßte doch auch mit einer Octobox gehen?
Ja Na klar geht das auch mit einer Octabox, allerdings bekommst DU da nicht soviel Kontrast rein, weil das Licht durch viel weicher wird als mit einem Reflexschirm oder einer Beauty Dish.
Und ja in der Einfachheit liegt manchmal die Kraft , dem Stimme ich zu.
Toller Bericht mal wieder von euch.
LG
Hi Martin,
immer wieder schön zu sehen mit welcher Einfachheit du uns die Materie näher bringst. ich danke dir herzlichst für deinen stetigen Einsatz.
hoffe du machst bald wieder ein Seminar im Raum München ;o)
MfG
Chris
Äh…nee, im Ernst, ein Reflexschirm ist i.d.R. nicht härter als ne Octabox.
Ja dann werde ich es nochmal testen, aber eigentlich müsste es doch so sein.
lg
@Michael Gelfert
@Florian The Photographer
Warum sollte es? Bei ähnlicher Größe streut ein Schirm auf Grund der Form deutlich mehr und ist weniger “gerichtet”. Das zusätzlich durch den Raum “fliegende” “Füllicht”, daß sich so ergibt, macht alles deutlich diffuser / weicher / undifferenzierter. Durch die Wölbung ist die Abstrahlfläche zudem bei etwa gleich großem Schirm größer.
Ausgenommen von alledem ist vll. ein silberner Reflexschirm ohne Diffusor.
Also sprichst du nur über weiße Schirme und selbst über die nur, wenn der Raum minimal klein ist. Denn es kann so viel Licht durch den Raum fliegen wie man möchte, wenn die Distanzen zu groß sind, macht das garnix aus! Und bei einem normalen Motivlicht in 1-2m Abstand ist die Distanz zu Wänden und zurück ja schon meistens doppelt bis dreifach so groß. Zusätzlich reden wir nur über das “reflektierte” Licht, was NOCH schwächer ist. Also so ganz kann ich dir nicht folgen.
LG HENDRIK
@Hendrik
Ich verkneife mir an dieser Stelle mal die (sachliche!) Antwort, weil das ja hier kein Forum ist.
Vielleicht ist die Problematik ja mal was für “Krolop & Gerst”s Blog? Martin? ;-)