LIGHTING-5: REFLEXIONEN
Schöne Hintergründe haben immer einen Haken und meistens ist dieser Haken, dass sie mehr oder minder reflektierende Flächen beinhalten. Und als Fotografen wissen wir ja… VORSICHT bei spiegelnden Oberflächen. Dass etwas für die Kamera “spiegelt” muss aber nicht zwangweise mit sich bringen, dass es sich auch um einen “Spiegel” im klassischen Sinne handelt. Oftmals genügt, wenn die Oberfläche glänzend oder schimmernd ist.
Denn jede glänzende, lackierte oder sonst strahlende Oberfläche wirft dann am Ort des Geringsten Winkels das Licht mehr oder minder zurück in Richtung der Kamera. Wir bekommen oft einen hell glänzenden Fleck auf dem Hintergrund. Dazu aber gleich mehr und jetzt erstmal zurück zum Thema “Hintergründe”. Überlegen wir doch mal, wie viele Gegenstände um uns herum “glänzend” sind. Ob das nun eine lackierte Schrankwand ist, ein lackiertes Stück Holz, Tapeten oder neumodische Hyperglanz-Style-Wohndings-Bums-Teile.
Und genau darum geht es heute. Was machen wir mit spiegelnden, lackierten Oberflächen im Hintergrund. Und dazu haben wir uns ein Extrembeispiel genommen. Eine glitzernde, goldlackierte Wand als kompletten Hintergrund (siehe Foto!!!)

Und wenn wir genau auf das Foto schauen, dann sehen wir schon den oben beschriebenen Glanzeffekt. Im Zentrum der kleinsten Reflexionswinkel strahlt unser Hintergrund. Im Falle des Fotos oben ist die Lichtquelle das Fenster und die Winkel zum Einfall in die Kamera sind oben in der linken Ecke des Hintergrundes am Geringsten. Daher ist dort der Hintergrund fast komplett ausgebrannt. Wir haben hier also schon das Beispiel einer seitlichen Lichtquelle.
Und da wären wir schon beim ersten Lernpunkt des heutigen Postes. Man kann schon durch die Beobachtung der Umgebung und des vorhandenen Lichts viele viele Schlüsse auf Licht ziehen.
Des Rätsels Lösung für viele “reflektierende” Probleme ist dabei, dass man nicht versucht die Reflektion zu beseitigen, sondern diese passend ins Bild einbaut. Und genau das haben wir hier in einer extremen Art und Weise gemacht. Schaut euch das Foto an und guckt direkt auf die Reflexionen im Hintergrund.
Diese wurden genau horizontal über das Bild gezogen, hinter der Schulter des Modells und nehmen nach oben und unten hin ab.

- click on image to enlarge -
Was das für unser Licht bedeutet ist klar… wir haben mit einer länglichen Lichtquelle fotografiert und da sich die Reflexionen genau hinter dem Modell befinden, bedeutet das auch im Umkehrschluss, dass die Lichtquelle hinter der Kamera zu finden war. Und genau so war es auch.


Die Lichtquelle, eine längliche Softbox (Strip) quer gelegt, war genau hinter der Kamera. Auf der Skizze oben sieht man, dass je weiter man sich vom rechten Winkel des Auftreffens auf den Hintergrund entfernt, die Strahlen nach außen aus dem Foto reflektiert werden. Und genau daher kommt auch der Abfall an Leistung an den Rändern. Der Hintergrund wird dunkel und dunkel und dunkel nach außen hin!
N.B.: Reflexionen die nicht vermieden werden können, werden einfach direkt und gesteuert ins Bild integriert.
Nur ganz umständlich hätten wir bei diesem Foto die Reflexionen vermeiden können, dann aber mit einem exorbitanten Aufwand an Lichtsetzung, Abschatten etc…
Eine Lösung, und die wollen wir hier auch noch kurz ansprechen, wäre natürlich die Erhöhung des Winkels zur Lichtquelle. Damit hätten wir denn den Weg bestritten, die gesamten Reflexionen aus dem Bild zu befördern. Dafür hätten wir ein extrem hohes oder seitliches Führungslicht genutzt und hätten dann aber das Motiv niemals so sichtbar und so schattenlos ausleuchten können. Zudem wäre es in unserem Falle bei einer Deckenhöhe von knapp 2,15m gar nicht erst gegangen.
Ich denke das Beispiel einer golden gestrichenen Wand als extremes Beispiel für den Inhalt dieses Postes ist perfekt und die Message kommt rüber. Der Kampf gegen Windmühlen ist auch in der Fotografie ein großes Problem und oftmals macht man sich das Leben schwerer als es ist…

Fotografiert haben wir dieses Foto übrigens mit einer 5D mit 50mm 1.8 I bei f8 und ISO100. Belichtungszeit bei der 5D natürlich bei 1/160s. Das 50er ist ein tolles Objektiv und das für den Preis um die 100€.
Absofort also keine Sorge vor solchen Hintergründen… alles easy!
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wow. mich begeisert immer wieder wie ihr das maximum rausholt. sehr schick! weiter so!
Schöner Beitrag MArtin….
Ich habe gerade ein Ähnliches Problem und zwar habe ich einen Hintergrund kreiert und auf Plane drucken lassen leider haben die keine MAtte Plane und die strukturierte Fläche ist nicht bedruckbar… das wiederum hat den nachteil das wenn ich personen davor aufbau (stell) die Blitzer auf dem Bild zu sehen sind … Abhilfe schaffe ich erst wennich die Blitzer indirekt also gegen Wände richte und immer den selben Winkel beim Fotografieren nutze, was wiederum bei Kinderfotografie echt schwer ist…
gibts denn da noch eine Variante ?? Das Licht kann ich nicht einbauen ins Bild da das Motiv eine DotgeViper ist die vor einem Garagentor steht.
LG MIKE
Klasse Beitrag, wieder etwas dazu gelernt.
Erinnert mich ein wenig an die Fotos von Frank Wartenberg im Buch Glamourfotografie.
Nur wurde dort ein Ringblitz verwendet, gibt auch einen netten Effekt.
Gruß
taylor
Hi Martin,
netter Post. Beim nächsten Shooting werde ich mal nach spiegelden Oberflächen ausschau halten und ein bisschen experimentieren.
Schönen Abend noch…
Hey Leonardo DaMartin ;)
Hab gesehen ihr fahrt nach Sölden, da kommt Ihr ja direkt bei uns vorbei,
also wenn Ihr noch nicht wisst wo Mittagessen, schaut bei uns vorbei,
natürlich mit hammer Blick auf die Zugspitze ;)
Was anderes: Hab gesehn du hast das Shooting mit dem 50 1.8 gemacht. Hast
Du schonmal die Gelegenheit gehabt mit dem 50 1.4 zu shooten? Überleg ich
mir nämlich momentan, das 1.2 is mir doch zu heavy momentan $$$$
Grüße aus Lermoos
Piet
Der Unterschied zwischen 50 1.4 und 50 1.8 ist ziemlich deutlich. Eines der wenigen Objektive wo ich definitiv sagen würde, dass sich das teurere Objektiv MEHR ALS NUR LOHNT!! Bei vielen anderen Kombos (70-200 4 IS gegen 2.8 IS oder bei 85 1.8 vs. 85 1.2) kreigst du etwas an Qualitätssteigerung für verdammt viel Kohle mehr. Beim 50er ist das nicht der Fall! Wenig Kohle mehr, viel Leistung mehr!
Ich glaub es is heut noch zu früh für mich, steh noch auf der Leitung….das heißt 50 1.4 “viel mehr Leistung” als 50 1.8 ??
GENAU
1000 Dank!
Werds dann mal bei einem Deiner Workshops ausprobieren sobald ichs hab ;)