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BEGINNER-PEOPLEFOTOGRAFIE: Der schwarze Balken im Bild

Zu banale Sachen und Fragen gibt es nicht und wer von uns hat noch nicht nach dieser Frage gegoogelt oder einen anderen Fotografen gefragt? Es geht um den ominösen schwarzen Balken im Foto beim Einsatz eines manuell eingestellten Studioblitzes. Man fotografiert und nur die Hälfte oder mehr oder weniger ist sichtbar im Foto, der Rest ist schwarz. Das Foto auf der Kamera sieht dann im Endeffekt so aus, wie das nachfolgende Foto! (WICHTIG! Das nachfolgende gilt speziell für die Verwendung von Blitzgeräten!)

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Und genau darum geht es heute in diesem Einsteiger-Beitrag. Warum zum Henker gibt es diesen Balken.

Die Antwort ist denkbar simpel. Heutige DSLR-Kameras (wie auch früher übrigens) sind ausgestattet mit einem sogenannten Schlitzverschluss. Es gibt also zwei Vorhänge in der Kamera, die den Verschluss für die eigentliche Belichtung frei geben und wieder schließen. Wenn das Foto gemacht wird, dann hebt sich der 1. Verschlussvorhang und gibt den Sensor frei. Im normalen Querformat passiert das von unten nach oben. Stellt euch dabei einfach einen Bühnenvorhang im Theater vor, der sich hebt und die Bühne frei gibt.

Wenn jetzt wie im Theater dieser Vorhang wieder von oben nach unten schließen würde, dann wäre ja der Boden des Theaters der erste Punkt, den das Publikum sieht und auch wieder der letzte Punkt. Das ist weiterhin nicht schlimm im Theater. Auf unsere Kamera übertragen würde das allerdings bedeuten, dass der untere Teil des Fotos heller belichtet werden würde.

Also gibt es einen zweiten Vorhang, der sich von unten nach oben wieder über den Sensor legt. Damit wird festgelegt, dass alle Bereiche des Sensors einheitlich ausgeleuchtet werden. Und genau dieser zweite Verschlussvorhang ist der Halunke, der oben auf dem Foto einen Teil des Bildes verdeckt. Der Blitz blitzt und genau in diesem Zeitpunkt ist der Vorhang vor dem Sensor.

Jede Kamera hat eine spezifische Zeit (X-SYNC-ZEIT) für die dieses Phänomen nicht auftritt. Die X-SYNC-ZEIT ist die kürzeste mögliche Zeit mit der Verwendung eines Studioblitzes. Jede schnellere Zeit sorgt für das Erscheinen des Balkens. Je schneller man belichtet, umso größer wird der Balken. Je kürzer man belichtet, umso kleiner wird der Balken.

Das obige Bild wurde gemacht mit einer 1/400s wobei die Kamera nur für 1/250s ausgelegt war.

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Dieses Bild wurde dabei mit 1/320s gemacht.

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Dieses Bild mit 1/250s. He??? Jetzt werdet ihr euch hoffentlich fragen, warum denn bei 1/250s immernoch ein Balken zu sehen ist, wenn doch die Kamera diese 1/250s kann. Eigentlich!

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Des Rätsels Lösung ist, dass die im Kamerahandbuch angegeben X-SYNC-ZEIT nur für die Verwendung von Aufsteckblitzen auf der Kamera gilt. Nicht allerdings für die Verwendung von Funkauslösern, Kabellösungen und Studioblitzgeräten. Der Aufsteckblitz ist direkt mit der Kamera verbunden und wird sozusagen “vorgewarnt”, dass die Auslösung kurz bevor steht und kann sich damit darauf vorbereiten. Das klassische Auslösesignal wird erst in dem Moment erzeugt, indem es eigentlich schon zu spät ist. :-)

Die mögliche Zeit für das Blitzen mit einem Studioblitzgerät hängt also von folgenden Faktoren ab:

  • Die Kamera (Vollformatsensoren sind z.B. größer und erzeugen dadurch oft längere X-Synczeiten.)
  • Der Funkauslöser (Es gibt schnellere und trägere Auslöser!)
  • Der Blitz selbst (Blitze können die Sache auch noch verzögern!)

Geht also im Studio auf Nummer sicher und nutzt 1/125s oder sogar noch längere Zeiten. Solange das Umgebungslicht keine Mittagssonne ist, sollte es damit keine Probleme geben!

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Unsere Blogempfehlung für einen Funkauslöser (DER YONGNUO RF-602) ist bei 1/160s schon teilweise überfordert und kann teilweise egal mit welcher Kamera nur mit einer 1/125s Belichtungszeit verwendet werden.

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Der PocketWizard für ein sechsfaches des Preises kann Synczeiten bis 1/1000s gehen. Nur mal so als Vergleichswert.

Also liebe Blogleser, nicht ärgern, sondern einfach auf 1/125s gehen und tolle Fotos machen! Es juckt in “normalen” (den meisten) Situation überhaupt nicht und macht eure Fotos absolut nicht kaputt.

LG
Martin

PS: Danke an alle Workshopteilnehmer vom Wochenende auf dem diese Fotos entstanden sind. War ein tolles Wochenende und trotz der Anstrengungen und der Gehirnmarterungen durch Blendenreihen und Rechenorgien hat es super viel Spaß gemacht.

PS2: DANKE ELMAR! KLASSE VIDEOTIPP

ACHTUNG: UNSER YOUTUBE-LEHRVIDEO-CHANNELITUNES PODCAST

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  1. Elmar2001
    22 November 2010, 14:58 | #1

    Schön für Anfänger beschrieben. Hier sieht man nochmal einen solchen Shutter in Action: http://www.youtube.com/watch?v=t_sz-cDkd4k

  2. Henrik
    22 November 2010, 15:52 | #2

    Angenommen ich arbeite mit einer Zeit von 1/125s und möchte mit einem 300mm Tele fotografieren. Das kann ich doch so niemals verwackelungsfrei halten, oder? Oder spielt das durch die Abbrennzeit des Blitzlichts keine Rolle?

  3. panorama-kontor
    22 November 2010, 16:03 | #3

    Martin,

    großes Kompliment für den Workshop am Wochenende! Dieser war jeden der ca. 800 Kilometer wert, die es von Hamburg bis Wuppertal (hin und zurück) nun einmal sind.

    Dank,
    Gruß,
    Andreas

  4. 22 November 2010, 16:27 | #4

    Das spielt im Studio auch bei 300mm “normalerweise” keine Rolle. Du solltest trotzdem so ruhig wie möglich halten und oder ein Einbein nutzen.

  5. 22 November 2010, 16:43 | #5

    Leider habe ich keine Studioblitzanlage, jedoch würde ich gern mal sehen welche X-sync Zeiten mit der UR1d möglich wären. Die alte UR1d hat ja noch einen CCD-Sensor und dieser ist es, warum sie (ohne HSS) eine kürzere X-Sync Zeit schafft! Sie hat keinen so viel schnelleren mechanischen verschluss, jedoch kann ein CCD Sensor auch bei geöffneten Verschlusslamellen ein und ausgeschalten werden (elektronischer Verschluss). Ebenso wurde die 1/16000s Sekunde so erkämpft, der Verschluss öffnet komplett und der CCD wird auf die Belichtungszeit beschränkt.

  6. 22 November 2010, 17:03 | #6

    Mit Kabel schafft die 1D I jede Zeit! Sogar 1/8000s!

  7. 22 November 2010, 17:27 | #7

    Mhhh, mein Cactus V4 oder der RF602 haben selbst bei 1/250s keinen schwarzen Balken im Bild….

  8. 22 November 2010, 17:38 | #8

    Wenn man neues Equipment im Studio hat, sollte man das immer vor einem Shooting ausführlich testen. So habe ich festgestellt, dass ich mit meinem Funkauslöser 1/160s noch ohne Probleme arbeiten kann, bei einer 1/200s ist aber schon eine leichte Abschattung zu erkennen – die sich allerdings notfalls in der Nachbearbeitung ausgleichen läßt. Mit Kabel kann ich übrigens bis 1/250s hoch gehen. Aber wer will schon freiwillig Kabel ;-)

  9. 22 November 2010, 18:26 | #9

    Ich hoffe ihr habt alle kein Montags-Yongnuo :-)

  10. 22 November 2010, 19:18 | #10

    Das Shutter-Video ist schon toll, zeigt aber eine Auslösung die “Syncron” wäre. Der Verschluss wird jedoch bei kürzeren Zeiten zum immer schmaleren Streifen, bei DSLR Horizontal oben oder unten im Bildrand zu sehen.
    Hier ein solches Video bei einer Mittelformatkamera
    http://www.youtube.com/watch?v=mCi72phGKmc&feature=related

  11. obmiT
    22 November 2010, 19:23 | #11

    Mein Yongnuo funktioniert mit der Syncronzeit die der Camerahersteller angibt. (auch bei der sehr kurzen Zeit der G10 )
    ABER: wenn was rein funkt dann gibts schwarzes Bild oder Balken trotz gesehenem Blitz. So jedes 300hundertste Bild Zuhause war schwarz wegen dem Funkthermomether(sendet 1 pro min) und jedes 10 beim fahrenden MTB fotografieren wegen einem Funktachgeber(sendet immer wenn sich das Rad dreht).

  12. iCox
    23 November 2010, 0:15 | #12

    Für Benutzer mit evtl. ähnlichem Equipment, die an günstigen Funkauslösern interessiert sind:

    Mit den Phottix Tetra an der 20d,dem 550ex und dem Sunpak 26 DX kann ich zuverlässig bei 1/160s blitzen. Bei 1/200s gibt es manchmal schwarze Balken.

  13. Ulf
    24 November 2010, 16:19 | #13

    hallo. wiedermal danke an das interessante Video.
    Habt ihr eine Ahnung wie es mit den integrierten Funkempfängern von z.b. Elinchrom, Priolite oder Multiblitz aussieht?
    Sind die in der Regel schneller, weil zumindest Empfänger (teilweise ja aber auch Sender auch direkt abgestimmt sind?
    Bzw. wenn man so eine Universallösung wie den Pocket Wizard hat und dann die ansteuert. Ist das besser/schneller als z.b. 2 Pocket Wizards?
    Danke

  14. emilio*
    24 November 2010, 22:18 | #14

    Danke für die ausführliche Erklärung!

  15. TomW
    27 November 2010, 18:35 | #15

    Den RF-602 kann man auch “vorwarnen”: einfach mal den Testbutton mit dem Finger halb durchdrücken und dann Kamera auslösen. Damit verbessert sich die x-sync time von “läppischer” 1/160 auf eine “geschmeidige” 1/800 – jedenfalls bei einem electronic shutter (EXIF data available *hehe*)

    …und diese 1/160 gelten anscheinend nur für Kameras aus dem “roten Team” – “Team Gelb” verlässlich bei 1/250 :P

    Tom

  16. Alex
    2 Dezember 2011, 23:55 | #16

    Ui genau dieses Problem ist bei mir gerade aufgetaucht und ich hab ich die ganze Zeit gefragt was nun los ist mit meiner Cam… hatte schon Panik dass was kaputt ist :P

    Danke für den hilfreichen Komment.. zurecht ist dieser Blog als Lesezeichen markiert

  17. Wolfgang
    3 Juli 2012, 17:18 | #17

    Hi, dann will ich auch mal was zu dem Thema beitragen.

    Es gibt verschiedene Verschlusssysteme bei denen es etwas anders ist.

    1 Zentralverschluss 1/500 Sekunde. Da gibt’s auch bei kürzeren Verschlusszeiten kein Balken, ist halt eine Iris die sich öffnet.
    Ist allerdings vielleicht noch in Plattenkameras verbaut.

    2 Elektronischer Verschluss
    Hier wird der Vorhang geöffnet, der Sensor ein-/ausgeschaltet und dann der Vorhang geschlossen. geht bis zu einer 1/16000 Sekunde.
    http://www.scandig.info/Verschluss.html

    3 Und zu Analogzeiten gab’s mal bei Jugend-Forscht jemanden der zwei lineare LCD Pol-Filter hintereinander geschaltet hat, da sie Schaltzeiten der der LCD’s recht schnell waren. Gibt dann auch keine Balken. Aber andere Nachteile. Auch in Kombination mit einem Schlitzverschluss wie bei (2).

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