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Nikon CLS – Das Buch zur Blogreihe ab Herbst im Data Becker Verlag!

12 Juli 2010

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Andreas Jorns gibt übrigens in Nürnberg einen EVENT im VOLKSBAD!

Es gibt noch ein paar letzte Plätze und dort kann man dann direkt alle Fragen zum CLS stellen.

Infos & Anmeldung unter diesem Link hier.

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Nachdem es die Spatzen schon von den Dächern pfeifen, hier die offizielle Ankündigung: Ich bin gerade dabei, dass neue Buch zum Thema Nikon CLS für den Data Becker Verlag zu schreiben. 2/3 sind bereits weitgehend “im Kasten” – jetzt widme ich mich nur noch dem Praxisteil des Buches, der breiten Raum einnehmen wird (das Buch soll nämlich keine theoretische Abhandlung oder gar eine bessere Bedienungsanleitung werden … ;)).

Abgabe des Skriptes ist Mitte August – der vorgesehene Erscheinungstermin voraussichtlich Ende September (vielleicht klappt’s ja noch zur Photokina).

Die voraussichtliche Strukturierung des Buches:

1. Grundlagen der Blitzfotografie [ca. 35 Seiten]
2. Die Blitzsteuerungs-Modi beim CLS [ca. 20 Seiten]
3. Advanced Wireless Lighting [ca. 15 Seiten]
4. Die Features beim Nikon CLS [ca. 15 Seiten]
5. Das richtige Blitzgerät [ca. 25 Seiten]
6. Kameraeinstellungen beim Blitzen [ca. 35 Seiten]
7. Lichtformer [ca. 45 Seiten]
8. CLS in der Praxis (ca. 100 Seiten]
9. Glossar [ca. 30 Seiten]

Die Aufbauten im Praxisteile werde ich mit dem Tool “LightingDiagrams” von Nguyen Dinh Quoc-Huy illustrieren, für das ich mir eine entsprechende Lizenz besorgt habe. Der nachfolgende Screenshot veranschaulicht die geplante Darstellung im Praxisteil (dem aufmerksamen Blogleser sollte das Foto bekannt vorkommen … ;)).

CLS DATA BECKER BUCH ANDREAS JORNS

Für Ideen und  Anregungen habe ich durchaus noch ein offenes Ohr, auch wenn bereits ein Großteil geschrieben ist. Unter allen Teilnehmern, die mir diesbezüglich ein feed-back über die Kommentarfunktion geben, wird ein signiertes Exemplar des Buches (Auslieferung nach Veröffentlichung) verlost. Als Glücks-”Fee” habe ich Martin auserkoren, der den Gewinner am 1. August auslosen wird – bis dahin könnt Ihr Eure Kommentare hier im Blog hinterlassen.

Bis die Tage!

lg Andreas

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NIKON CLS PART XIV – BALANCE IST ALLES…

3 Mai 2010

Heute möchte ich Euch anhand von ein paar Beispielfotos auf ein ganz, ganz wichtiges Thema beim Blitzen im Allgemeinen und somit auch beim CLS im Besonderen einstimmen: Die stimmige Balance zwischen Blitzlicht und dem vorhandenen Licht („Available Light“)!

Nichts ist schlimmer als eine richtig geile Location mit viel Atmosphäre zu haben (die wesentlich von der vorhandenen Lichtstimmung beeinflusst wird), nur um diese dann „kaputt zu blitzen“. Nur leider passiert das schneller als man denkt, wenn man nicht ein paar wesentliche Aspekte bedenkt.

Zunächst einmal sollte man sich von jedweden Belichtungsautomatiken an der Kamera verabschieden! Auch wenn das jetzt die gefühlt 500. Wiederholung in diesem Blog ist: Blitzfotografie ist Fotografieren im manuellen Belichtungsmodus! Basta!

Nur im manuellen Modus macht die Kamera, was Ihr wollt (!) und das dann auch konstant, ohne dass die Belichtungsautomatik durch eine kurzfristige veränderte Abstimmung des Ambient Light (Umgebungslicht) irritiert wird. Und was Ihr wollt, ist relativ einfach: Ihr wollt das Umgebungslicht mit einfangen und dem Motiv (in diesem Beispiel: dem Model) nur soviel Blitzlicht zur Aufhellung mitgeben, dass es nicht in der Dunkelheit „absäuft“.

TECHNICAL Vergleich Fotos
- click on image to enlarge -

Wie macht man das? Nun, das ist relativ einfach: Man geht zunächst hin und misst (mit dem kamerainternen Belichtungsmesser oder mit einem Handbelichtungsmesser) das vorhandene Licht und tut somit erst mal so, als wenn Ihr ohne Blitz fotografieren wollt. In den Beispielen, die Ihr unten seht, war es wirklich ziemlich finster (nicht von den eigenen Augen täuschen lassen – diese stellen sich ziemlich schnell auf eine düstere Umgebung ein! Wie dunkel es wirklich ist, sagt Euch der Belichtungsmesser … *gg*).

Meine Messungen vor Ort haben ergeben, dass ich für die Fotos bei relativ offener Blende (~ f2,8) und verwacklungsunkritischer Verschlusszeit (~ 1/125s) auf ca. ISO 4.000 gehen musste (wie bereits gesagt: in so einer Diskothek ist es dunkler als man denkt …)! Und bevor jetzt das Blitzlicht hinzu geschaltet wird, kommen ein paar ganz entscheidende Überlegungen in’s Spiel:

Zunächst: Mit der Offenblende konnte ich gut leben, denn das ist genau das, was ich wollte, nämlich das Spiel mit der selektiven Schärfe – die Möglichkeit, mein Model dadurch besser vom Hintergrund zu lösen (was hier und da aufgrund des z.T. sehr unruhigen Hintergrundes auch erforderlich war). Je nach eingesetzter Brennweite (bei dem Shooting kamen sowohl ein  50er als auch ein 85er zum Einsatz) hatte ich hier sogar noch Reserven nach unten, ohne eine allzu geringe Schärfentiefe zu provozieren (ein Großteil der Fotos ist mit Blende 2 aufgenommen).

Bei der Verschlusszeit gibt es zwei relevante Aspekte, die mich veranlasst haben, von dem ursprünglich zur Messung herangezogenen Wert von 1/125s abzuweichen: Erstens besteht beim Blitzen kaum Gefahr des Verwackelns (und da das Motiv eher statisch war, musste auch keine potentielle Bewegungsunschärfe berücksichtigt werden) und zweitens hat die Verschlusszeit maßgeblichen Einfluss auf die Einbindung des Available Lights in die Aufnahme! Je langsamer die Verschlusszeit ist, desto größeren Anteil hat das Available Light! Das hat dazu geführt, dass ich als Verschlusszeit 1/30s gewählt habe (die ohne Blitz mit Sicherheit für eine Verwacklungsunschärfe gesorgt hätten). Diese beiden Maßnahmen (etwas offenere Blende und langsamere Verschlusszeit) haben es mir dann erlaubt, mit der ISO auf verträgliche 800 – 1.000 zu gehen, was wegen der High-ISO-Fähigkeiten der D3 absolut kein Problem bereitete (Mini-Exkurs: Das Problem „Bildrauschen“ wird in heutigen Tagen weitgehend überschätzt. Bei einer korrekten Belichtung, fällt das Bildrauschen auch bei 2-3 Jahre alten Kameras nicht störend in’s Gewicht. Erst wenn man tendenziell unterbelichtet, bekommt man später Probleme in der Nachbearbeitung, weil durch das Hochziehen der Schatten im Raw-Konverter das Bildrauschen allzu offensichtlich wird. Also lieber tendenziell überbelichten!).

TECHNICAL Vergleich Fotos
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Halten wir die Einstellungen fest: Blende 2, Verschlusszeit 1/30s und ISO 800. Den Blitz schalten wir jetzt im TTL-Modus dazu – das iTTL sorgt jetzt dafür, dass das Hauptmotiv „richtig“ belichtet ist. Unter einer Voraussetzung!!! Da komme ich gleich noch zu … ;)

Zunächst einmal habe ich nämlich nach den ersten Aufnahmen festgestellt, dass das Blitzlicht bzgl. der Farbtemperatur nicht so recht zum Umgebungslicht passte (es war zu kühl, was sich in einem Blaustich auf der Haut des Models auswirkte)! Dieses Dilemma habe ich mit Hilfe eine Korrekturfilters vor dem Blitzkopf umgangen (im Lieferumfang der Nikon-Systemblitze dabei) – und zwar habe ich den Amber-Filter (orange/ocker-farben) benutzt, der das Blitz „wärmer“ und somit passender machte.

Ich sprach im vorletzten Absatz von einer Voraussetzung für eine stimmige Belichtung des Hauptmotivs (= des Models) im Kontext des Umgebungslichtes. Diese Voraussetzung ist eine ganz wichtige und trifft auf alle vergleichbaren Fälle zu: Das Model darf nicht allzu sehr vom Umgebungslicht angestrahlt werden, sondern sollte sich möglichst davon abwenden und somit im Schatten stehen! Ist dem nicht so, addieren sich in vielen Fällen Umgebungslicht und Blitzlicht zu einer unschönen Überstrahlung! Als Beispielbild habe ich mal dieses Foto (siehe oben) rausgesucht, das ansonsten sehr gelungen ist, bei dem man aber partiell diesen Effekt sieht (schaut mal auf die Beine):

Wichtig war mir bei dem Shooting, dass ich nur mit einem einzigen Systemblitz unterwegs bin (als Blitz kam nur ein SB-800 zum Einsatz). Zum einen, da ich die vorhandene Lichtsituation weitgehend erhalten wollte, was beim Einsatz mehrerer Blitze schwieriger wird. Und zum anderen lassen sich die Vorteile des CLS-Systems von Nikon – nämlich die absolute Mobilität und spontane Änderungen des Settings – nur mit einem Blitz so richtig ausspielen. Die einzige Anforderung an das Model ist dann nur noch, dass sie im Regelfall den Kopf in Richtung Blitz drehen muss, um böse Schlagschatten („zweite Nase“) zu vermeiden. Ansonsten ist man relativ frei und kann mit dem Blitz mal einen Meter weiter weg und einen halben Meter mehr zur Seite gehen, etc. Sobald ein zweiter Blitz mit in’s Spiel kommt, ist das nicht mehr ganz so einfach …

Ich kann jeden nur ermutigen, sich einmal mit dem 1-Blitz-Setting auseinanderzusetzen. Insbesondere dann, wenn man so interessantes Ambient Light hat wie in diesem Fall!

Abschließend: Als Lichtformer kam ein silberner Reflexschirm (siehe unten)…

TECHNICAL Vergleich Fotos
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…oder eine Wabe zum Einsatz (siehe unten – hier brauchte ich stärker gerichtetes Licht um nicht auch die Bar zu stark anzublitzen).

TECHNICAL Vergleich Fotos
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Alles in allem lässt sich sagen, dass sich die Blitztechnik sehr gut geschlagen hat (ein Akkusatz Eneloops hat für 500 Aufnahmen ausgereicht!), allein der Autofokus kam zum Teil an seine Grenzen (Schwierigkeiten wegen  zu geringem Umgebungslicht) – hier habe ich echt ein Einstelllicht analog der Studioblitze vermisst.

Bis die Tage und allzeit „Gut Licht“!

Andreas

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NIKON CLS PART XII – DON’T WASTE YOUR MONEY (TR-331)

1 Februar 2010

Anmerk. d. Red.: :-) Hallo zusammen! Heute gibt es einen echt super interessanten Beitrag. Nämlich darüber, wie man Geld spart bzw. wo man Geld aus dem Fenster wirft. Ein pefektes Beispiel dafür, dass unsere Blogbeiträge über bestimmte Ausrüstung helfen sollen. Wir machen die Fehler und die Fehlkäufe, berichten und aus den Erfahrungen heraus, kann man sein Geld schon viel besser einsetzen. So, jetzt übergebe ich mal an Andreas, der schließlich den Test gemacht hat. Es geht um die Flash-Trigger TR-331, die für Nikon ein TTL-Funksystem anbieten sollten. Tschüssi! Martin

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Wie versprochen gibt’s hier meinen Erfahrungsbericht zu den Flash-Triggern auf Funkbasis der neuesten Generation (mit iTTL-Unterstützung!) – allerdings mit einem etwas anderen Ergebnis als vorhergesehen … :(

tr-331

Beginnen wir mit der beiliegenden Dokumentation: Die ist ein schlechter Witz! Bis man erst mal kapiert hat, wie man die Einstellungen vorzunehmen hat, ist schon ‘ne ganze Weile vergangen. Logisch ist anders! Übrigens: Verschiedene Gruppen unterstützt der TR-331 nicht! Das Arbeiten mit dem AWL ist somit nur eingeschränkt möglich – die zentrale Steuerung von der Kamera aus gar nicht!

Der schwerwiegendste Aspekt aber: Die Kommunikation funktioniert scheinbar nicht so ganz wie sie soll. Im TTL – Modus variiert die Belichtung bei jeder Aufnahme dramatisch! Fast jedes zweite Bild ist ca. 2-3 Blenden zu hell!Offensichtlich haben die Dinger mit dem komplexen iTTL-Protokoll so ihre Probleme … Noch schlimmer wird es, wenn man beim Arbeiten mit mehreren Blitzen die Modelle mischt (bei mir kamen SB800 und SB900 gleichzeitig zum Einsatz). Dann wird es vollends zur Lotterie! Dies ist ein Aspekt, den der Hersteller mittlerweile auch eingeräumt hat (siehe E-Mail-Antwort des Verkäufers):

email

Da spielt es dann auch fast keine Rolle mehr, dass auch die FP-Kurzzeit Syncronisation nur eineschränkt – nämlich bis Zeiten von ~ 1/2500s – funktioniert. Bei schnelleren Zeiten sieht man den Verschluss am Bildrand. Das spricht dafuer das die TR-331 das Timing nicht exakt hinbekommen.

Fazit: Die Dinger sind für mich (leider) unbrauchbar und bieten keine Vorteile gegenüber den “dummen” Funkauslösern, mit denen man im manuellen Betrieb arbeitet. Warten wir also besser auf die nächste Generation der Trigger, die sicher nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen und dann hoffentlich auch das Arbeiten mit mehreren Gruppen unterstützen.

Bleibt mir abschließend noch, ein besonderes Lob an den Händler Foto-Tip aus Polen (www.foto-tip.pl) auszusprechen, bei dem ich regelmäßig Zubehör bestelle und der auch dieses Mal seine Service-Orientiertheit unter Beweis gestellt hat (hat nach meinem Mängelreport Kontakt zum Hersteller aufgenommen und die Dinge geklärt; unabhängig von der frewilligen Rücknahmeregelung innerhalb von 10 Tagen hat sich Foto-Tip bereit erklärt, die Trigger zurückzunehmen und den Kaufpreis in voller Höhe zu erstatten).

Euer Andreas

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NIKON CLS PART XI – Lichtformer am Aufsteckblitz

4 Dezember 2009

Noch rechtzeitig zu Weihnachten gibt’s von mir eine Geschenkempfehlung – verpackt als Mini-Beitrag für die CLS-Tutorialreihe … :D

Ein grosses Manko unserer ansonsten so praktischen Aufsteckblitze ist seine harte, stark gerichtete Lichtcharakteristik, die sich “von Natur aus” konstruktionsbedingt (leistungsfähige Miniblitzröhre auf kleinstem Raum) auch nicht ändern lässt. Der reine Blitz gibt sein Licht kräftig, gerichtet und in einem bestimmten Strahlungswinkel ab. Er erzeugt dabei kräftige Kontraste, starke Reflexe und tiefe Schatten. Genau wie bei professionellen Studioblitzen, gibt es auch für die Aufsteckblitze unterschiedlichste Lichtformer, die helfen, die charakteristische Wirkung des Aufsteckblitzes zu verändern. Das populärste System ist hierbei sicher das Flash2Softbox-System. Ein anderes System ist das Set von Walimex, das ich vor einigen Wochen erworben habe und das ich nach mehrmaligem Austesten durchaus empfehlen kann. Es beinhaltet eine ganze Reihe von unterschiedlichen Lichtformern, die sehr einfach an den Blitzkopf adaptiert werden können.

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Dieses Sammelsurium findet man nach dem Auspacken vor. Passt alles in einen handlichen Karton, den man “on location” stets dabei haben kann. Im Einzelnen sind dies folgende Lichtformer, deren Wirkung ich weiter unten veranschauliche:

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Von oben links: Softbox, Beautydish, Blitzball, Wabe, Snoot und Lichtklappe.

Herzstück des Systems ist der Adapter, den es für verschiedene Blitzgeräte gibt und einzeln nachgekauft werden kann, so dass sämtliche Lichtformer auf verschiedenen Aufsteckblitzen eingesetzt werden können. Gut zu wissen, da ja der SB-900 und der SB-800 in den Reflektormaßen deutlich voneinander abweichen (dagegen haben der SB-800 und der SB-600 das gleiche Maß!).

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Links die Rückeite des Adapters, die auf den Blitzkopf gesteckt wird. Das Ganze so stramm, das ein versehentliches Abrutschen nicht passieren kann. Rechts die Vorderseite des Adapters. In die vier Klemmen werden sämtliche Lichtformer einfach eingesteckt. Ersatzclips werden mitgeliefert, für den Fall, dass mal eine beim Verkanten bricht (ist mir noch nicht passiert).

Wie steht’s jetzt mit der Lichtcharakteristik der verschiedenen Lichtformer? Sind die Unterschiede überhaupt sichtbar? Vorab: Das sind sie sehr wohl, wenngleich man keine Vergleiche zu Studioblitzen anstellen sollte, die allein aufgrund ihrer Leistung ganz andere Möglichkeiten beinhalten. Denn: Man sollte sich immer vor Augen halten, dass selbst die leistungsstärksten Aufsteckblitze nicht annähernd an die schwächsten Studioblitze herankommen, was die Blitzpower anbelangt. Und die ist insofern relevant, als ja jeder Lichtformer zum Teil ganz erheblich an der Blitzpower “knabbert”. Ein Ganzkörperportrait aus 10 Meter Entfernung mit Softbox ist schlicht nicht drin mit Aufsteckblitzen, aber darum soll es heute nicht gehen. Wir betrachten hier vielmehr die Vorteile der Aufsteckblitze bzgl. Kompaktheit und Flexibilität vor Ort.

Zur Veranschaulichung habe ich eine komplette Serie mit einem Model geshootet, das schön ruhig hält (ca. 2,50m vor dem weißen Hintergrund), so dass wir einen prima Vergleich über die Blitzwirkung erhalten … :D

Ein SB-800 entfesselt im Slave-Modus von vorn links (ca. 35°) mit ca. 1 Meter Abstand zum “Model”; iTTL-gesteuert. Kamera mit SU-800 auf Stativ. f5,6, 1/160s, ISO800 (um die Blitzröhre zu schonen).

1 ohne-lichtformer

ohne Lichtformer

2 softbox

Softbox

3 beautydish

Beautydish

4 kugel

Blitzball

5 wabe

Wabe

6a snoot (breite wabe)

Snoot

7c klappe

Klappe (Beispiel)

Das weicheste Licht liefert der Blitzball und mit Wabe und Snoot erhalte ich wunderbar fokussiertes Licht ohne Streuung auf den Hintergrund, der bei diesen Beispielen in’s Schwarze “absäuft”. Softbox und Beautydish liefern einigermaßen weiches Licht, streuen aber wie der Blitzball erheblich, so dass man bei einer ausgeklügelten Lichtsetzung gezwungen ist, mit Abschattern zu arbeiten. Insgesamt zeigen die Beispiele aber, das mit ein wenig Probieren zu gelungenen und vor allem abwechslungsreichen Lichtsettings kommen kann.

Zum Abschluss hier noch eine Bezugsquelle für das o.g. Set (bitte an den jeweiligen Lebenspartner weitergeben … ;)).

Frohe Weihnachten! :D

lg Andreas

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NIKON CLS PART X – YAST – Yet another Setup Tutorial … :)

22 November 2009

Da sich die Outdoor-Saison nun langsam aber sicher dem Ende zuneigt, hat man wieder etwas Zeit, die Dinge aufzuarbeiten, die in den letzten Wochen liegen geblieben sind. Viel Arbeit, aber das schöne ist, dass dabei dann auch wieder der ein oder andere Beitrag für den CLS-Blog dabei herausspringt … :D

Heute mal ein Beispiel aus der CLS-Praxis; ein kleines Setup-Tutorial, entstanden während eines Workshops im Sommer, den ich gemeinsam mit Martin in Köln veranstaltet habe. Das Wetter war genau so bescheiden wie aktuell (nur der Regen war wärmer …), aber schlechtes Wetter gibt’s für Fotografen ja nicht, wie wir alle wissen. Um die Blitzelektronik zu schützen, haben wir uns dann allerdings doch weitgehend unter einer Fahrbahnbrücke auf einem menschenleeren Parkplatz zurückgezogen. Sexy Location ist eigentlich anders …

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Die Grundidee, die hinter der Aufnahme steckt (Ergebnis siehe unten): Wir wollten es etwas düsterer gestalten als es in Natura war (siehe zum Vergleich die Making-Of-Aufnahmen). Erreicht haben wir dies durch eine Unterbelichtung von etwas mehr als zwei Blenden.

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Um die Location in das Bild zu integrieren und gleichzeitig einen Spannungsbogen (im wahrsten Sinne des Wortes …) zu erzeugen, kam ein Weitwinkel zum Einsatz (hier 24 mm).

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Wichtig dabei ist die Kameraposition in Bodennähe, die anschließend leicht nach oben gekippt wird. Da man als Fotograf selbst natürlich nicht unter die Asphaltdecke kriechen kann, muss man sich mit No-Look-Shots begnügen (ignore your viewfinder). Wenn der Setaufbau richtig geplant ist und das Model mitspielt, stellt das überhaupt kein Problem dar. Zusätzliche Dynamik kommt durch den künstlichen Wind von links (vielen Dank noch mal an die “Wedler”!). Das Model sollte sich wegen des Einsatzes des Weitwinkels nicht allzuweit von der Kameraposition stehen – schließlich soll es am Ende ja noch als People-Aufnahme durchgehen. Tipp: Um beim Einsatz eines Weitwinkels aus niedriger Position trotzdem einigermaßen “passende” Körperproportionen zu erhalten, sollte sich das Model während der Aufnahme in Richtung Kamera vorbeugen! Ansonsten gibt’s lange Beine und einen kleinen Kopf … ;)

Okay, wie haben wir es gemacht? Im Prinzip ganz simpel …

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Das Hauptlicht kommt von vorn, leicht zur Seite versetzt und mit Durchlichtschirm gesoftet. Durch die breitere Streuung des Lichtes erhalten wir trotz der allgemeinenUnterbelichtung auch noch ein wenig Zeichnung an der Brückendecke oberhalb des Models. Als Effektlichter haben wir zwei SB-800 mit Zoom-Reflektorstellung 105mm (Maximum beim 800er) eingesetzt (eingestellt auf Gruppe B); das Hauptlicht (Gruppe A), das weicher kommen und mehr streuen soll, erhält die Reflektorstellung 50mm.

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Insbesondere beim Einsatz von Effektlichtern wird man schnell feststellen, dass man mit Automatiken nicht sehr weit kommt, wenn es nicht langweilig werden soll – die kamerainterne Messung weiss ja auch nicht, welchen Effekt wir haben wollen (in diesem Fall volle Leistung)! Daher haben wir bzgl. der beiden Blitze in Gruppe B den manuellen Modus mit voller Blitzpower (1/1) gewählt. Das Hauptlicht in Gruppe A wurde iTTL-gesteuert. Ich empfinde es als großen Vorteil des CLS-Systems von Nikon, dass man nicht auf die TTL-Modi beschränkt ist, sondern die verschiedenen Systeme mischen kann). Master war ein SB-900.

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Und das Ergebnis? Hier sieht man, dass Regenwolken durchaus ihren Reiz haben können … ;)

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Um das Ganze zu optimieren, nimmt am Besten weniger auffällige Stative (die kleinen schwarzen), die man anschließend (sofern man denn will) mit Photoshop & Co. bequem wegretuschieren kann. Abschließende Tipps: Je kleiner die Blende, desto schöner der Strahlenkranz des Blitzes! Filter abschrauben und Objektiv putzen – somit vermeidet man unschönes lens flare (Festbrennweiten sind diesbezüglich unempfindlicher als Zooms).

Da war’s für heute – demnächst geht’s weiter mit dem Thema Lichtformer!
Einstweilen wünsche ich “Gut Licht”!

lg Andreas

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VIDEO-TECHNICAL-5: BESSERE QUALITÄT BEI NIGHT-FASHION-SHOTS

21 Oktober 2009

Es geht heute weiter mit einem neuen Video-Tutorial. Diesmal sind mal wieder die SETUP und TECHNICAL-Rubrik vereint in einem Video. Es geht um Nachtfotografie und dazu noch um einen besonderen Ausrüstungsgegenstand. Was genau der euch bei der Nachtfotografie bringt, das könnt ihr im Video sehen. Der Link zum Stativ, den gibt es hier CLICK!

Wenn es darum geht, das letzte aus den Fotos herauszuholen, obwohl nur ein paar Straßenlaternen über einem brennen, dann braucht man eben spezielle Ausrüstung. Und wie wichtig dieses Einbein ist, das werdet ihr nach dem Video wissen.

Für die, die sich nicht für das Einbein interessieren, die können sich die anderen Infos und Inputs über Nachtfotografie reinziehen. Ansonsten fällt die technische Seite des Videos auch direkt wieder unter: DAS NUTZEN WIR… JETZT WISST IHR ES!

Wir filmten genau vor der Kathedrale in Palma de Mallorca… und daher mussten wir leider ziemlich oft cutten. Hätten wir das vorher gewusst, wir wären woanders hin gegangen! Der Ballermann ist echt viel zu nah gewesen ;-)…

TECHNICAL TUTORIALS, VIDEO TUTORIALS , , , , , , , , , , ,

NIKON CLS PART VII – Tipps&Tricks (“Unbekannte” Features beim CLS)

4 August 2009

Ich bereite gerade einen anderen, etwas umfangreicheren Artikel vor, der mich noch etwas Zeit kostet, zumal ich sehnsüchtig auf ein Zubehör-Teil aus Fernost warte.  Um die Zeit bis dahin nicht allzu lang werden zu lassen, schiebe ich heute einen kurzen Beitrag dazwischen, der nicht nur für die notorischen Nicht-Handbuchleser von grösserem Interesse sein wird.

Viele mögen auch das ein oder andere gelesen haben, ohne zu wissen, was es für die Praxis bringen kann, einiges darf man durchaus als “hidden feature” bezeichnen. Versteckt in einer Art und Weise, dass es eigentlich sehr offenliegende Features sind und wenn wir Fotografen das Handbuch auch mal lesen würden anstatt es direkt wegzuwerfen, ja dann würden diese Sachen garnicht mehr so “hidden” sein.

Es geht bei diesem Beitrag um CLS-Features, die sich über das Kamera(!)-Menu einstellen lassen und die einem das Fotografenleben in der Praxis erheblich vereinfachen können …

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Blitzbelichtungs-Meßwertspeicher (oder die Eliminierung des Vorblitzes!)
Hier jetzt ein typischer Fall von “Zweckentfremdung”: Wofür diese Einstellung “eigentlich” gedacht ist, ergibt sich im Prinzip schon aus dem Namen: Blitzbelichtung messen, fixieren, Ausschnitt verändern und mit den gespeicherten Einstellungen blitzen. Zu diesem Zweck habe ich diese Einstellung offen gestanden noch nie genutzt, da ich den Meßwertspeicher bei meinem Workflow in der Praxis nicht benötige (weder für Dauerlicht, noch für Blitzlicht). Dieser Meßwertspeicher hat bei der Blitzbelichtung mit iTTL aber einen entscheidenden Nebeneffekt, der für mich zum Hauptgrund wird: Da die “richtige” Blitzbelichtung bei der Meßwertspeicherung nur einmal gemessen (und anschließend gespeichert) wird, wird auch der Vorblitz nur einmal (nämlich bei der Messung) ausgelöst. Bei jeder weiteren Aufnahme wird der Vorblitz unterdrückt, da er ja für die Messung nicht mehr benötigt wird!!! Portraitiert man Menschen (und Tiere) mit empfindlichen Augen, wird man diese Option zu schätzen wissen! Nie wieder Aufnahmen von Personen mit halb oder ganz geschlossenen Augen (als Reaktion auf den Vorblitz)! Weiterer Einsatzzweck: Arbeite ich mit einem Blitzset, in das Blitzgeräte integriert sind, die nicht iTTL/AWL-fähig sind und daher über eine Lichtzelle ausgelöst werden müssen, wäre der Vorblitz des Masters natürlich ziemlicher Käse, weil die Slaves nämlich zu früh kommen (ist nie gut … ;-)).

Den Blitzbelichtungs-Meßwertspeicher kann man sich (je nach Kameramodell) auf die FUNC- und/oder AE-L/AF-L-Taste der Kamera legen, wenn man das Ganze in den Individualfunktionen unter f4 (bei den Consumer-Cams findet man die Einstellung unter den Nummern 14,15,16 oder 18) entsprechend einstellt. Anschließend kann man durch einfachen Druck auf die FUNC- bzw. AE-L/AF-L-Taste den Vorgang auslösen (Meßblitz wird einmal ausgelöst und die Einstellungen werden gespeichert); der Meßwert wird jetzt so lange genutzt (und der Vorblitz ist parallel so lange deaktiviert), bis man erneut die FUNC- bzw. AE-L/AF-L-Taste betätigt. It’s so easy! :D (die D40 sowie die D60 unterstützen dieses Feature leider nicht!)

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Blitz aus!
Nehmen wir an, der Blitz befindet sich auf der Kamera, ist eingeschaltet und man möchte jetzt unvermittelt mal eine Aufnahme zwischendurch ohne Blitzbelichtung machen, da die Aufnahme mit available light einfach besser kommt (jeder, der schon mal auf Hochzeiten fotografiert hat, weiss, dass das häufiger vorkommt, als man gemeinhin annimmt!): Die besonders Aufgeweckten werden jetzt anmerken, dass das ja nun wirklich kein Problem ist, schließlich hat der Blitz nicht nur einen An-, sondern auch einen Ausschalter … :-))

Diesem Argument kann man sich natürlich schwer entziehen, aber es geht noch einfacher! Wenn man in den Individualfunktionen unter f4 die entsprechene Einstellung vornimmt (bei der D80 findet man die Einstellung unter der Nr. 16, bei der D90 unter f3), muss man für die “Blitz aus”-Funktion einfach nur die FUNC-Taste drücken. It’s so easy …! :D  (die D40, D60 und D70 unterstützen dieses Feature leider nicht!)

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Einstelllicht
Einige von Euch werden das Einstelllicht an den Nikon-Systemblitzen (SB-600, SB-800 und SB-900) schon gefunden haben; vielleicht hat’s der Ein oder Andere sogar schon mal genutzt … ;) Das Prinzip kennen wir aus der Studiofotografie, allerdings steht es uns dort bei entsprechender Aktivierung dauerhaft zur Verfügung. Bei unseren Aufsteckblitzen wird es nach Knopfdruck für etwa 2-3 Sekunden sichtbar, was ausreichen könnte, um die Lichtsetzung zu beurteilen (was in der Praxis nur bei Einsatz von mehreren Blitzgeräten Sinn macht). Wenn ich aber ein Blitzset bestehend aus z.B. drei Blitzgeräten habe, ist es nicht nur mühsam, sondern auch wenig zielführend, wenn ich zu jedem einzelnen Blitzgerät gehe, um das Einstelllicht zu aktivieren, da ich so nur die Wirkung von jeweils einam Blitz betrachten kann. Was viele nicht wissen: Ich kann das Einstelllicht von allen beteiligten Blitzgeräten gleichzeitig von der Kamera aus (!) aktivieren! Diese Funktion muss ich in den Individualfunktionen nur unter e4 (e3 bei der D90, 26 bei der D80) aktivieren. Anschließend löse ich das Einstelllicht durch Drücken der Abblendtaste an der Kamera aus! It’s so easy …! :D  (die D40, D50, D60 und D70 unterstützen dieses Feature leider nicht!)

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Blitz-Bracketing
Ich unterstelle mal, dass alle von Euch wissen, was die Bracketing-Funktion an der Cam ist (automatische Belichtungsreihe). Die Meisten werden evtl. nicht wissen, dass es diese Bracketing-Funktion auch für das isolierte Blitzlicht gibt. Wenn man sich vor Augen hält, dass oft geringe Abweichungen bei der Blitzdosierung zwischen Wohl und Wehe liegen, ein durchaus nützliches Feature! Standardmäßig ist die Belichtungsreihe in den Kameras auf Umgebungs- und Blitzlicht (“Belichtung und Blitz”) eingestellt. Unter e5 in den Individualfunktionen (e4 bei der D90, 12 bei der D50/70 und 13 bei der D80) kann ich das Ganze auf “Nur Blitz” umstellen. Anschließend kann ich mich bei der Dosierung des Blitzlichts (und nur des Blitzlichts) mit der Bracketing-Funktion herantasten. It’s so easy …! :D  (die D40 und D60 unterstützen dieses Feature leider nicht!)

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Automatische FP-Kurzzeit
Die FP-Highspeed-Synchronisation soll hier nicht mehr erklärt werden – aufmerksame Leser dieser Tutorial-Reihe wissen, dass ich hier in meinem letzten Beitrag drauf eingegangen bin. :)
Ich möchte hier nur darauf hinweisen, dass man getrost als Standardeinstellung unter e1 in den Individualfunktionen (e25 bei der D90, 25 bei der D80) die FP-Kurzzeit als Blitzsynchronzeit einstellen kann. Anders als einige andere Hersteller, haben die Nikon-Ingenieure uns nämlich eine Automatik spendiert, die bei allen Zeiten langsamer als 1/250s (1/320s bei der D300) die normale Sync-Zeit mit schneller Abbrenndauer benutzt. Erst wenn wir mit der Verschlusszeit jenseits dieser Grenze rutschen, wird auf FP-Sync umgestellt und man muss dann mit der schwächeren Blitzleistung leben- Man erhält also das Beste aus allen Welten in einer Einstellung – somit gibt es keinen vernünftigen Grund, auf diese Einstellung zu verzichten …! (die D40, D50, D60 und D70 unterstützen leider keine FP-Sync!)

So, das war’s für heute! In Kürze geht’s weiter … bis dahin allzeit gut Licht! :)

lg Andreas

NIKON CLS WORKSHOP , , ,

NIKON CLS PART VI – FP-HighspeedSync

29 Juni 2009


KURZE INFO: Sehr kurzfristig bieten wir (ANDREAS & MARTIN, HAUPTSÄCHLICH ANDREAS!!!) am 12.07.09 extra einen Workshop zum Thema Nikon CLS an. Wir werden mal alle Canonuser und Canonkameras zuhause lassen und uns nur mit dem Thema NIKON beschäftigen.

Also wer schon immer alle Anwendungsfragen zum Thema PEOPLEFOTOGRAFIE & CLS geklärt haben wollte, für den ist der Workshop perfekt.

INFOS & ANMELDUNG unter workshops.krolop-gerst.com


Heute wenden wir uns dem Thema Highspeed-Sync und AWL zu. Und weil wir das nicht so “normal” machen wollen, setzen wir ein sehr lichtstarkes Objektiv mit Anfangsblende 2.0 bei strahlendem Sonnenschein ein. Mit solch einem übertriebenen Beispiel kann man sehr gut die Systematik erklären und aufzeigen.

Zum Thema. Es war einmal im Sommer…strahlender Sonnenschein und Martin und ich wollen (wegen des angenehmen Unschärfeverlaufs) möglichst offenblendige Portraitshoots machen. Und schon haben wir ein Problem: Bei Blende 2,2 (minimales Abblenden verhilft bei jedem Objektiv zu einer verbesserten Abbildungsleistung) waren wir aufgrund der vorhandenen Lichtverhältnisse im Verschlusszeitenbereich von 1/800 bis 1/1.000 Sekunden. Denn mit den ISOs können wir ja auch nicht ewig in den Keller gehen. Da die schnellste Blitzsynchronisation bei der Nikon (wie bei den meisten anderen Cams mit Schlitzverschluss) bei 1/250 Sekunde liegt, ist’s eigentlich Essig mit Blitzen (es sei denn man steht darauf, dass der grösste Teil des Bildes aus einem schwarzen Balken besteht …). Jetzt könnte man sagen: Wozu blitzen? Ist doch hell genug! Machen wir Available Light und sparen uns den ganzen technischen Ballast …

aj_flash_webAlles eine Frage der Dosis … :D
(zu möglichen Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker)

Abgesehen von dem ein oder anderen coolen Effekt, den man nur so hinbekommt, gibt es natürlich ein paar praktische Gründe für die Nutzung des Blitzes. Bei Portraits sollte man darauf achten, dass zumindest das Gesicht einigermaßen korrekt ausgeleuchtet ist. Wenn man jetzt das Model in Richtung Sonne stellt, kann man mit ein wenig Glück 2-3 Fotos machen, bevor sich die Netzhaut des Models ablöst … – aber auch diese werden ein wenig unter den zugekniffenen Augen und unentspannten Gesichtsausdruck des Models leiden … ;-) Okay, dann stellen wir das Model halt mit dem Rücken zur Sonne … Das Model kann dann die Augen schön aufreißen, was uns nur recht wenig nutzt, da sich das Gesicht im Schatten befindet …! Entweder kann ich nun auf die Sonne korrekt belichten oder aber das Gesicht korrekt wiedergeben, dann aber sind die “Haarlichter” total ausgebrannt.

Zugegebenermaßen habe ich das Ganze ein wenig überspitzt formuliert, aber wie heißt es so schön: Übertreibungen machen deutlich … ;-)

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Wenn wir also mit Offenblende (mit entsprechend schneller Verschlusszeit) und Blitz arbeiten wollen, müssen wir einen kleinen Trick anwenden. Dieser “Trick” lautet Einstellung der FP-Kurzzeitsynchronisation (“FP” steht für focal-plane shutter = Schlitzverschluss). Die Einstellung dieses Highspeed-Blitzens (wie es auch genannt wird) sucht Ihr am Blitzgerät vergeblich; dafür müsst Ihr in’s Kameramenü (unter Systemeinstellungen):

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Jetzt können wir trotz Blitz jede Verschlusszeit auswählen, die uns die Kamera bietet. Aber leider haben wie so oft im Leben die schönen Dinge meist den ein oder anderen Nachteil … Bei der Highspeed-Synchronisation ist das die Tatsache, dass die Blitzleistung (und somit die Reichweite) erheblich (!) reduziert wird. Es ist nämlich so, dass der Blitz eine Art Dauerlicht nachempfindet. Da der Sensor niemals komplett frei liegt, muss der Blitz mehrere Male aufleuchten und so wird nacheinander der gesamte Sensor belichtet. Z.B. erst einmal blitzen für den ersten cm des Sensors, wenn dann der Schlitz über dem zweiten cm steht, dann nochmals, und dann so weiter…  Um dem Model den Blitz jetzt nicht direkt vor die Nase halten zu müssen (was selten zu schönen Ergebnissen führt – siehe oben), muss man sich zu helfen wissen. Entweder ihr lasst jegliche Lichtformer weg und schaut, dass ihr eben so nah wie möglich an euer Modell heran kommt, oder aber ihr rüstet auf :-) … Wir z.B. haben gleich drei Blitzgeräte an ein Stativ geschnallt. Somit hatten wir auch genügend Blitzpower (obwohl: 3 Blitzgeräte machen dann nur 1,5 Blenden mehr Leistung).

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Hier das Ganze mal von hinten noch ohne Schirm. Die Reflektoren haben wir bei allen drei Blitzen um 180° gedreht, damit die IR-Empfänger günstiger auf mich ausgerichtet sind (ich stand bei der Aufnahme links versetzt).

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Angesteuert habe ich die Blitze mit dem SU-800, der auf dem Foto durch das Objektiv verdeckt ist. Übrigens: Wir haben an dem Tag Entfernungen zwischen SU-800 und den angesteuerten Blitzen von bis zu 15 Metern getestet und hatten trotz Sonnenscheins (der tendenziell bei Infrarot-Steuerung gefährlich ist, wenn der Empfänger zu sehr im Licht ist) kaum Probleme. Somit zeigt sich das AWL von Nikon durchaus auch im Outdoor-Betrieb als praxisgerechte Lösung!

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Um zu zeigen, was bei einem solchen Aufbau rumkommen kann, habe ich exemplarisch die untenstehende Aufnahme rausgesucht, da sie ziemlich gut die vorherrschenden Lichtverhältnisse aufzeigt (siehe Schattenverlauf des Baumes). Ohne Blitzaufhellung wäre das Ergebnis nicht halb so interessant geworden. Übrigens: Bei dieser Aufnahme kam übrigens der Reflexschirm zum Einsatz, den Ihr oben im Aufbau seht – er sorgt für eine weichere Ausleuchtung, so dass so ein Ding eigentlich immer in Eurer Tasche sein sollte.

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Und hier noch eine zweite Variante… natürlicher in der Retusche!

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So das war’s für heute! Demnächst geht’s weiter …

lg Andreas

EDIT: Der Adapter um 3 Blitze an ein Stativ zu schnallen heißt TRIFLASH Adapter von LASTOLITE!

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NIKON CLS PART IV – AWL – MUTTER DER KREATIVITÄT

28 Mai 2009

 


KURZE INFO: Andreas und Martin werden das Wochenende in Pirmasens sein. Bei den Pirmasenser Fototagen. Beide halten dort einen Workshop am Samstag zur Fotografie mit Aufsteckblitzen und am Sonntag könnte ihr euch noch einen kostenlosen Vortrag von Martin zum Thema ETTL reinziehen. Ja, es ist Canon… aber es gehört hier trotzdem hin :-)… Der Termin des Vortrages auf der Hauptbühne von Martin wird hier morgen noch bekannt gegeben… wo und wann und wie :-)… So… viel Spaß beim NIKON CLS!!!

 


Kernstück des CLS von Nikon ist das kabellose Blitzen (AWL = advanced wirless lighting) mit mehreren Blitzgeräten. Nikon bietet bei seinen aktuellen DSLR (altersmäßig etwa ab D70/D2) und bei der analogen F6 die Möglichkeit der drahtlosen Blitzsteuerung mit Systemblitzen (das Ganze funktioniert sogar mit einigen Kompaktkameras der Coolpix-Reihe, aber das würde hier den Rahmen sprengen).

 

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Da “Remote-Blitzen” ferngesteuertes Blitzen bedeutet, benötigen wir einen der steuert (Master) und mindestens einen, der ausführt (Slave). Wer oder was aber eignet sich zum Steuern? Und hier wird’s tricky … Auch wenn alle aktuellen Blitzgeräte das Nikon CLS unterstützen, eignen sich nicht alle für die Steuerung beim AWL! So ist der beliebte SB-600 zwar AWL-tauglich, kann aber nicht als Master eingesetzt werden (nur als Slave)! Der kleine und relativ neue SB-400 unterstützt das AWL überhaupt nicht – weder als Master noch als Slave! Und der SB-R200 wiederum fungiert beim AWL nur als Slave (was aber aufgrund seiner Positionierung als Makroblitz auch nicht weiter Wunder nimmt). Übrigens: Bevor Ihr die Einstellung “Slave” an den Blitzgeräten sucht: Die gibt es nicht! Nikon nennt sie stattdessen “Remote”.

Wer hat das Zeug zum “Master”?

Nachdem wir jetzt geklärt hätten, wer alles nicht alles Master in Frage kommt, lösen wir nachfolgend auf, welche Geräte diese wichtige Funktion beim AWL einnehmen (und immer dran denken: ohne einen Master funktioniert der schönste Aufbau nichts …): Von der externen Blitzgeräten sind dies lediglich der SB-900 und sein Vorgänger SB-800 (der Gerüchten zufolge übrigens in Kürze bei Nikon ausgelistet wird!). Neben diesen beiden Blitzen taugt der Infrarotsender SU-800 als Master (was nicht weiter verwundert, da dies streng genommen seine einzige Funktion ist). Wer keines dieser beiden Blitzgeräte bzw. den Infrarotsender besitzt, muss aber nicht verzagen – zumindest solange er nicht lediglich einen Profi-Body der D2- und D3-Reihe besitzt … ;-) Alle anderen DSLR >D70* besitzen nämlich einen eingebauten Blitz, der häufig ein wenig unterschätzt wird, beim AWL aber so richtig sein Stärken ausspielen kann … er ist nämlich Master-fähig!

*Alle DSLR <D70 (und hier ist tatsächlich die Typenbezeichnung gemeint!) müssen leider draussen bleiben – sie unterstützen trotz eingebautem Blitz keine Mastersteuerung! Dies gilt somit für die D40(x), D50 und D60. Die D70(s) ist zudem nur eingeschränkt nutzbar (Einzelheiten auf Anfrage – führt hier zu weit).

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Kommunikation ist alles …

Wenn wir jetzt also wissen, dass der Master andere Blitze (Slaves) drahtlos steuern kann, stellt sich zunächst die Frage, wie das technisch funktioniert? Basieren tut die Steuerung auf einem Infrarot-Signal, das der Master an die Slaves sendet (die Slaves haben zu diesem Zweck einen Infrarot-Empfänger neben der Batterieklappe). Übrigens: Da der Meister immer Sichtkontakt zu seinen Sklaven haben will (soviel schon einmal vorab: dies ist die größten systembedingte Schwäche des infrarotgestützen AWL), sollte man immer darauf achten, dass man die teilehmenden Blitze sauber aufeinander ausrichtet! Zu diesem Zweck muss man öfter auch einmal den Reflektor um 180° schwenken (siehe Beispielbild auf der rechten Seite).

Für alle, die wissen wollen, wie so eine Kommunikation abläuft, hier mal die Kurzform:

  • Master an G1-Slaves: ”Steuerimpuls für Testblitze!”
  • G1-Slaves an Master: ”Blitz” (sehr geringe Leistung)
  • Master an G2-Slaves: ”Steuerimpuls für Testblitze!”
  • G2-Slaves an Master: ”Blitz” (sehr geringe Leistung)
  • Master an G3-Slaves: ”Steuerimpuls für Testblitze!”
  • G3-Slaves an Master: ”Blitz” (sehr geringe Leistung)
    Auswertung durch Master
  • Master an alles Slaves: ”Einstellungsdaten”
  • Master an Kamera: ”Fertig!”
    Kamera klappt Spiegel hoch, öffnet Verschluss
  • Master an alle Slaves: ”Startimpuls für Blitz”
    Master und Slaves zünden mit den voreingestellten Blitzleistungen
    Kamera schließt Verschluss

Noch irgendjemand, den das an Otto erinnert hat …? ["Kleinhirn an Grosshirn"]

Für die Physiker und Ingenieure unter Euch gibt’s hier eine interessante Abhandlung zum iTTL-Blitzprotokoll. Wohl bekommt’s … :D

Der eine “Hü”, der an andere “Hott” …!

Die obenstehende Kommunikation hat übrigens schon einen wichtigen Punkt vorweg genommen, den es noch zu (er-)klären gibt: Wie kann man die verschiedenen Blitzgeräte bei einem Aufbau unabhängig voneinander regeln? Wenn man schon mehrere Blitzgeräte an einem Set einsetzt, will man die in aller Regel ja nicht mit gleicher Leistung betreiben; die Ergebnisse wären – vorsichtig formuliert – eher mittelspannend. Eine typische Ausleuchtung bei Beautyshots ist ein Blitz frontal von oben und eines zur Aufhellung (!) von unten – der Blitz von unten hat dabei in aller Regel eine Leistung von ca. 50% des Hauptblitzes, da er ja nur aufhellen soll. Heerscharen von Professionals arbeiten mit diesem relativ schlichten Aufbau. Wie löst man diese Aufgabenstellung mit dem CLS von Nikon?

Hier kommen die Begriffe Kanäle und Gruppen in’s Spiel! Damit sich der Master überhaupt mit seinem Slave versteht (und/oder umgekehrt) müssen beide sinnbildlich auf einer Wellenlänge funken. Ersetze “Funk” durch Infrarot und Wellenlänge durch Kanal und schon wisst Ihr, was es mit den Kanälen auf sich hat. Master und Slave(s) müssen auf den gleichen Kanal eingestellt sein – sonst funzt nix! Nikon bietet hierfür 4 Kanäle zur Auswahl und hat diese mit Nummern belegt (1-4). Der Nutzwert der Kanäle ist zunächst vielleicht nicht ganz klar. Bis man zum ersten Mal (z.B. bei Workshops) an nebeneinanderliegenden Sets fotografiert … ;-) Wenn an beiden Sets der gleiche Kanal genutzt wird, kann’s schon mal lustig werden (das ist im übrigen nichts anderes als bei Studioblitzgeräten, die in der Regel über drei verschiedene Kanäle verfügen).

Viel wichtiger als die Kanäle sind beim CLS die “Gruppen” für ein gutes Gelingen wie im vorletzten Absatz beschrieben! Sobald ich die beiden Blitze (Haupt- und Aufhelllicht) in unterschiedliche Gruppen packe, kann ich sie bezüglich der Leistung auch unterschiedlich steuern – und zwar alles vom Master aus (merke: Slaves werden nach dem Aufstellen nicht mehr angefasst!). Nikon bietet drei Gruppen und hat hierfür – da die Zahlen bereits für die Kanäle vergeben waren – Buchstaben vorgesehen (A/B/C). Natürlich können jeder einzelnen Gruppe mehrere Blitze zugeordnet werden – so packt man z.B. bei einer Lichtzange beide Blitze in eine Gruppe, da sie sowieso mit den gleichen Werten versehen werden.

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Gruppeneinstellung beim SB-800 (oben) und SB-900 (unten)

Jetzt, wo wir den beiden Slaves (Remotes) unterschiedliche Gruppen zugeordnet haben, können wir auch unterschiedliche Einstellungen bzgl. der Blitzpower vornehmen. Im untenstehenden Bild anhand eines SU-800 exemplarisch dargestellt. Sämtliche Blitzgeräte der Gruppe B erhalten eine Blende mehr Belichtung als die Blitzgeräte in Gruppe A.

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Das Thema AWL hat eine ungeheure Komplexität, so dass es unmöglich auch nur rudimentär in einem Beitrag abzuhandeln wäre. Daher mache ich hier erst mal einen Cut und erzähle nächste Woche, was es sonst alles für praktische Einstellungsmöglichkeiten beim AWL gibt. Aber auch auf Probleme und Einschränken des CLS/AWL werde ich eingehen und wie man diese zumindest teilweise umgehen kann.

Bis dahin wünsche ich allzeit “gut Licht” – Ihr habt es selbst in der Hand … :D

lg Andreas

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NIKON CLS PART III – DIE LEITZAHL

17 Mai 2009

 

KURZE INFO: Andreas ist gerade in den Staaten und lässt es sich hoffentlich richtig gut gehen… :-) Das bedeutet, dass der nächste Beitrag leider erst Ende nächster Woche kommt. :-( Aber nicht traurig sein, er kommt bestimmt.

 


 

Interessanterweise ist die Leitzahl als Kriterium für den Kauf eines Blitzgerätes in den letzten Jahren aus dem Fokus geraten, was auch daran liegt, dass die modernen Automatiken die umständlichen Rechnereien mit Leitzahlen, Blenden und Reichweiten fast überflüssig gemacht haben. Trotzdem kann es nicht schaden, sich noch mal die Zusammenhänge vor Augen zu führen. Ihr werdet unweigerlich in Situationen kommen, wo Euch dieses Wissen hilft, die ein oder andere knifflige Situation besser zu meistern …!

Die Leitzahl eines Blitzgerätes gibt Auskunft über die Blitzleistung eines Gerätes und wäre ein prima Vergleichsmöglichkeit bei der Betrachtung unterschiedlicher Blitzgeräte, wenn die Hersteller heutzutage nicht ziemlich kreativ wären bei der Definition der Leitzahl … ;-)

Früher war der Wert einer Leitzahl normiert; d.h. er war stets bezogen auf ISO 100 und eine Brennweite von 50mm. Heute geben die meisten Hersteller den Wert für eine Brennweite von 85mm oder noch länger an, was natürlich eine grobe Verfälschung ist, da durch die Bündelung des Lichts im Telebereich eine grössere Reichweite erzielt wird (übrigens geht Nikon genau den anderen Weg und untertreibt bei der Leitzahl-Angabe, da sie aus unerfindlichen Gründen auf eine Brennweite von 35mm bezogen ist …). Reichweite ist dann auch schon das Stichwort für den praktischen Nutzen der Leitzahl. Mit ihr kann man die Reichweite einer Blitzlichtausleuchtung errechnen – und zwar in Abhängigkeit von der verwendeten Blendeneinstellung. Je grösser die Blende (= je kleiner der Blendenwert), desto grösser die Blitzreichweite. Die praktische Formel: Blitzreichweite = Leitzahl : (geteilt durch) Blendenwert. Die maximale Reichweite ergibt sich also durch die einfache mathematische Teilung der Leitzahl durch die zu verwendende Blende. 

Wenn man jetzt die Leitzahlen der Nikon-Blitzgeräte wüsste, könnte man sich schon im Vorfeld überlegen, ob es gelingt, die komplette Kirche beim nächsten Hochzeits-Shooting auszuleuchten. Ich habe mir jetzt mal die Mühe gemacht und die Daten zusammenzutragen – und zwar nach der guten alten Methode auf Basis von ISO100 und 50mm Brennweite:

SB 600 LZ 36 (mit dem SB600 komme ich also bei Blende 5.6 genau 6,42m weit)
SB 800 LZ 44
SB 900 LZ 40
SB 400 LZ 21*

*Besonderheit: gilt für die feste Brennweite 27mm – der SB 400 hat keinen Zoom-Reflektor

Jetzt staunt der Laie und der Fachmann wundert sich … Das neue Flaggschiff von Nikon hat also eine geringere Leitzahl als der Vorgänger SB 800? Ja, dem ist tatsächlich so, allerdings überkompensiert der SB 900 diese Tatsache damit, dass er bis zu einer Brennweite von 200mm zoomen kann (der SB 800 hört bei 105mm auf). Somit hat er trotz der geringeren Leitzahl eine höhere Reichweite …! Übrigens: Falls Ihr mal in die Situation kommt, wo Ihr es um’s Verrecken nicht schafft, den Blitz zu einer anderen Zoomstufe zu bewegen und das Ding beharrlich auf der Zoomposition 17mm stehenbleibt …: Nehmt mal die Streulichtscheibe vor dem Reflektor weg – dann klappt’s auch mit dem Nachbarn … ;-))

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Wo man früher noch mühsam mit Schiebelehre, Papier und Bleistift rechnen musste, tut’s heute der Blick auf’s Display: Blende, Brennweite und die daraus abgeleitete Reichweite des Blitzes. Komfortabler geht’s nicht mehr!

Um unsere Frage nach der Kirchenausleuchung zu beantworten: Der SB 900 hat mit Normalbrennweite und Blende 2 eine Reichweite von 20 Metern (LZ40 : f2 = Reichweite 20m) . Da man bei dieser Art von Aufnahme jedoch eher im Weitwinkelbereich fotografiert und stärker abblendet, fällt das Ganze deutlich unspektakulärer aus. So beträgt die Leitzahl des SB 900 bei einer Brennweite von 20mm nur noch kümmerliche 24. Blendet man zwecks Schärfentiefe dann noch auf Blende 8 ab, reduziert sich die Reichweite auf gerade mal 3 Meter! War wohl nix mit Kirchenausleuchung … ;-) Okay, jetzt kann man noch an der ISO-Schraube drehen, denn wir haben ja gelernt, dass die hier angegebenen Leitzahlen auf ISO 100 normiert sind. Bei jeder Verdopplung gewinnen wir Reichweite mit dem Faktor 1,4. Bei ISO 200 hätten wir also eine Reichweite von 4,20m. Bei ISO 3.200 sind’s immerhin schon 16m.

Ein anderes Beispiel, auch zur Hochzeitsfotografie. Ihr steht vor der Kirche, knallige Sonne, Blende 14 ist eingestellt und das Brautpaar ist ca. 6 Meter weit weg. Ihr schaut auf die Anzeige im Blitz und seht direkt, dass der Blitz bei euren Einstellungen nur 4 Meter weit kommt. Also müsst ihr garnicht versuchen zu knipsen. Ihr wisst sofort, dass ihr näher heran müsst. Der Blitz ist sozusagen euer automatischer Taschenrechner.

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Für das Thema Leitzahl gilt grundsätzlich: Man kann nie genug davon haben oder: Viel bringt viel! Und das nicht nur, weil man regelmäßig in die Verlegenheit käme, riesige Kirchenschiffe auszuleuchten. Was vielen nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass die verschiedenen Lichtformer, die es mittlerweile für Aufsteckblitze gibt, unheimlich viel Power schlucken. Und sind wir mal ehrlich: Ohne die Nutzung der Lichtformer ist das Thema Lichtsetzung nur halb so sexy! Zwei einfache Lichtformer sind bereits im Lieferumfang bei den Nikon-Blitzen dabei: Da ist zum einen die Streulichtscheibe, die man zusammen mit der weißen Reflexkarte am Kopf ausziehen kann und der Joghurtbecher, wie ich ihn nenne. Beide sorgen dafür, dass das Licht deutlich gestreut wird und weicher wirkt. Und bereits diese beiden kleinen unschuldigen Dinger nehmen schon richtig Leistung weg von unserem Blitz (allein schon aufgrund der Tatsache, dass der Zoomreflektor bei deren Verwendung auf eine Brennweite von 14mm zurückfährt!). Logisch, dass das bei Verwendung von Reflexschirmen und Softboxen noch gravierender der Fall ist. Dazu aber später mehr, wenn wir das Thema Lichtformer für Aufsteckblitze näher beleuchten (sic!).

Bis die Tage!

lg Andreas

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